Sie gehörten zu den Giganten des Eiszeit-Alters. Auch wenn sie punkto Grösse etwas im Schatten der Mammuts stehen, sind die längst ausgestorbenen Höhlenbären mit gegen 1000 Kilogramm Gewicht und einer Stehhöhe von bis zu 3,7 Metern beeindruckende Geschöpfe.
Als friedliche Pflanzenfresser durchstreiften sie im Sommer den Alpenraum und auch die Zentralschweiz. Den Winter verbrachten sie ruhend und kräfteschonend in Höhlen, zum Beispiel in der Steigelfadbalm-Höhle oberhalb von Vitznau.

Joseph Wilhelm Amrein-Küpfer, der Sohn der Gletschergarten Gründer, war ein Pionier der Archäologie in der Zentralschweiz. Bei Grabungsarbeiten in der Steigelfadbalm entdeckte er zwischen 1913 und 1937 bedeutende Mengen an Fundgegenständen, darunter Knochen von Höhlenbären und Artefakte wie etwa eine Pfeilspitze. Amrein vermutete Spuren von Neandertalern und interpretierte die Knochen als Jagdbeute.
Für seine Pionierarbeit zur Erforschung der Besiedlung der Zentralschweiz durch Menschen wurde Wilhelm Amrein 1938 mit der Ehrendoktorwürde der Uni Basel ausgezeichnet. Ein vollständiges Exemplar eines Höhlenbären konnte damals nicht gefunden werden. Das im Gletschergarten in einer Vitrine ausgestellte Skelett stammt denn auch von verschiedenen Höhlenbären, die in den Ostalpen gelebt hatten.
Letztlich den Menschen zum Opfer gefallen
Eine neue Untersuchung ergab, dass das Knochenmaterial aus der Steigelfadbalm rund 30’000 Jahr ist und somit aus der letzten Zwischeneiszeit stammt. Ausgestorben ist diese Bärenart während der letzten Eiszeit. Man geht heute davon aus, dass dem Höhlenbären das zunehmend garstige Klima zusetzte und er letztlich der Jagd durch die Menschen zum Opfer gefallen ist.
Untersuchungen der Uni Zürich und der Kantonsarchäologie Luzern bestätigten in den letzten Jahren das sorgfältige Vorgehen von Wilhelm Amrein-Küpfer. Der Beweis für seine Vermutung, dass oberhalb von Vitznau auch Neandertaler gelebt hatten, konnte nicht erbracht werden.
Übrigens: Die Steigelfadbalm ist auf einem Wanderweg ab der Bergstation Hinterbergen in etwa einer Stunde erreichbar. Der Ort an der Rigi bietet einen fantastischen Blick auf den See und die Berge, aber auch einen eindrücklichen Blick in die Tiefe der Zeit.

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