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Theater Arth

Alle sprechen über «Gasparone», aber gesehen hat ihn niemand

In Arth erzählt man zum Jubiläum eine Operette neu.

Schon die Zitronen auf dem Flyer lassen Fernweh aufkommen. In Arth wird diese Saison der «Gasparone» gezeigt. Die ursprünglich 1820 angelegte Operette von Carl Millöcker lockt mit sizilianischem Flair und einem stets den Blicken entflüchtenden Gasparone.

Madeleine Merz als Carlotta Santa Croce (von links), Andreas Büchler als Bürgermeister Nasoni sowie Simon Witzig als Erminio.
Bild: Christian Ballat/Theater Arth

Doch wer ist Gasparone? Das weiss in der Arther Version niemand so richtig, auch das Publikum nicht. Denn der Protagonist tritt in der ganzen Operette gar nicht auf. Somit dient er den Bewohnerinnen und Bewohnern der italienischen Stadt Syrakus als weisse Leinwand für allerlei Fantastereien: Mal wurde er auf einem Einhorn sitzend gesehen, mal war er Entführer oder Räuber. Und vielleicht sogar ein Wal, wie die Walliseller Regisseurin Elja-Duša Kedveš im Vorfeld durchblicken lässt.

Den Einstieg macht die Reiseführerin Zenobia, die ihre Gruppe zu einer Revue ins Amphitheater mitnimmt. Gespielt wird eine Parodie auf den berüchtigten Räuber Gasparone. Doch das eigentliche Theater findet neben der Bühne statt. Denn da trifft sich die umtriebige Stadtbevölkerung. Auf der seit dem Altertum umkämpften Mittelmeerinsel Sizilien ist man ständig auf der Hut. Das nimmt den sonnenverwöhnten Protagonisten nichts von ihrer Lebensfreude. Da darf zwischen den Mafia-Anspielungen das Pistazieneis am Strand, der Vulkan Ätna als Kulisse und der eine oder andere Schweizer Tourist nicht fehlen. Genauso gemischt sind auch die Hintergründe der Hauptfiguren: Ein Wal-Forscher und Schloss-Erbe trifft auf eine Entrepreneurin, der Sohn des Bürgermeisters hat einen Geliebten und das Wirtepaar einen schwerhörigen Onkel.

Es wird gesteppt und das mit langer Geschichte

Um das alles unter einen Hut zu bringen, dauert die Operette in Bühnenproduktionen in der Regel bereits ohne Tanzeinlagen rund drei Stunden. Das Publikum in Arth darf sich aber auf rund 2,5 Stunden Operettenspass inklusive Pause und engagierten Ballett-Einlagen freuen. Bei allen Kürzungen behielt man das «Sindulfolied» bei und sowohl Orchester (Leitung: Beat Blättler), Ballett als auch Solist haben die Gelegenheit, mit einer Stepptanznummer zu punkten.

Für das Theater Arth markiert die Saison 2026 mit dieser und weiteren Produktionen (man feiert im Juni mit der eigenen Produktion «Syra Marty – Dächli Leni goes to Hollywood») einen besonderen Meilenstein. Es feiert 175 Jahre Theatergeschichte.

Premiere: Samstag, 24. Januar, 17.00, Theater Arth, weitere Vorstellungen bis Sonntag, 22. März; Tickets und Infos unter www.theaterarth.ch

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