
In den 1980er-Jahren war Boy George der musikalische Paradiesvogel der Promiwelt. Der Culture-Club-Sänger schuf Klassiker wie «Do You Really Want to Hurt Me?» und «Karma Chameleon», bevor es ruhiger um ihn wurde. In den 2000er-Jahren fiel er dann eher mit Skandalen auf.
Doch der 64-Jährige macht nach wie vor Musik. Jetzt nutzt er dabei künstliche Intelligenz, was ihm beim Texten «wirklich geholfen hat». Im Podcast der britischen Moderatorin Fearne Cotton erzählt er begeistert, dass er künstliche Intelligenz «genial» findet: «Ich habe schon fünf Alben mit KI geschrieben!»
Man müsse keine Angst davor haben. Er findet nämlich: «Wenn man von einem Roboter ersetzt wird, hat man sich nicht genug angestrengt.» Dass er sich gerade fröhlich ins eigene Fleisch schnitt, fällt ihm offenbar nicht auf. Auch sonst sprüht er nur so vor Widersprüchen: «Natürlich mache ich mir Sorgen um die Menschen, die ihre Jobs verlieren. Aber es gibt so viele tolle Dinge.»
Dank KI trällert Boy George auf Persisch
Bei seinem aktuellen Song «I Am Iran» habe er die KI seinen Text auf Persisch übersetzen lassen. «Natürlich singe ich nicht auf Persisch. Ich schreibe auch nicht als Perser, weil ich es ja nicht bin. Ich schreibe also auf eine sehr britische Art, und das lässt sich sehr interessant ins Persische übertragen», erzählt er. Hach ja, die britische Geschichte hat ja eine lange Tradition darin, sich Dinge aus anderen Kulturen zu eigen zu machen. Dazu muss man nur rasch einen Blick ins Britische Museum werfen. Aber wir schweifen ab.
Boy George schreibt nicht nur Songs mit KI: «Ich führe fantastische Gespräche mit ChatGPT.» Sein Manager habe ihm gesagt, dass er «mit jemandem in China» spreche, aber das sei ihm «völlig egal». Andere Künstler würden auf «altmodische» Art arbeiten, während er ihnen «einen Schritt voraus» sei.
Auch Kim Kardashian und Paul McCartney sind KI-Fans
Der Brite ist mit seiner Meinung nicht allein. Bekanntlich hat auch Kim Kardashian im vergangenen Jahr mit ChatGPT freundschaftliche Gespräche geführt und damit für ihr Anwaltsexamen gelernt. Als sie dann aber durch die Prüfung rasselte, nahm sie das der KI sehr übel.

Auch Liza Minnelli, Paul McCartney oder David Guetta sprachen schon darüber, wie ihnen KI bei ihren Werken auf verschiedene Arten helfe. Dagegen sind Billie Eilish, Stevie Wonder, Nick Cave oder SZA deutlich weniger begeistert. Letztere sagte kürzlich in einem Interview sogar, sie fühle sich «wegen der KI im Krieg».
Doch die künstlich erschaffenen Werke haben es längst in den Mainstream geschafft. Velvet Sundown ist eine KI-Band, die im echten Leben zwar nicht existiert, aber trotzdem Millionen von Streams generiert, und KI-Songs stürmten die Spotify-Charts. Das, obwohl die Plattform erst Ende 2025 ankündigte, den Schutz von Künstlern zu verstärken. Aber wie sagte Boy George so schön: «Natürlich mache ich mir Sorgen um die Menschen, die ihre Jobs verlieren. Aber es gibt so viele tolle Dinge.»



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