Luzern

Damals war sie seine Schülerin – jetzt zeigen sie gemeinsam ihre Kunst

Am Gymnasium war Erwin Bossard Lehrer für bildnerisches Gestalten. Und Regula Bühler-Schlatter seine Schülerin. Im Kunstraum B74 zeigen sie ihre Werke.

Seit langer Zeit kreuzen sich ihre Wege. Zuerst am damaligen städtischen Töchtergymnasium auf Musegg, wo Regula Bühler-Schlatter Schülerin und Erwin Bossard Lehrer für bildnerisches Gestalten war. Als sie denselben Berufsweg einschlug, wurde er ihr Praxisbegleiter und später Berufskollege. Auch nachdem sich die beruflichen Wege getrennt hatten, haben sie die künstlerische Arbeit des anderen nie aus den Augen verloren.

Was die beiden im künstlerischen Schaffen verbindet, ist die Nähe zur Natur. Und in der Arbeitsweise gibt es Gemeinsamkeiten: das Einlassen auf das Unerwartete, auf Überraschungen, auf den Zufall. Jetzt zeigen die beiden im B74 Luzern gemeinsam ihre Werke

Steine sind sein Ausgangsmaterial

In den 1970er-Jahren schuf Erwin Bossard, 86, eine Reihe von Radierungen mit fiktiven Plänen zu «Monumenten» in Landschaften. Daraus entwickelte er später «Segelprojekte»: Installationen mit Tüchern, Stangen und Steinen in verschiedenen Landschaftsräumen der Innerschweiz und des Engadins. In den 1980er-Jahren standen wieder Malereien mit Menschen und Landschaften im Zentrum. 1991 begann er, mit selbst hergestellten Pigmenten zu arbeiten. Seitdem sind ausschliesslich Steine Erwin Bossards Ausgangsmaterial. Er gewinnt aus ihnen seine Pigmente und entwickelt daraus seine Bildwelten.

Das Wesen von Pflanzen einfangen

In der Arbeit von Regula Bühler-Schlatter, 75, tauchen neben anderen, oft körperbezogenen Themen immer wieder Pflanzen auf. Sie stehen für Wachstum, Wandel und Vergänglichkeit. Die Arbeiten sind Versuche, sich den Pflanzen auf verschiedene Art und mit unterschiedlichen Medien anzunähern, etwas von ihrem Wesen einzufangen. Ein besonderes Gewicht kommt dem Riesenhibiskus zu, der Sommer für Sommer seine mächtigen Blüten auf dem Gartensitzplatz der Künstlerin entfaltet und sie immer wieder reich beschenkt mit seiner Pracht und Fülle, nicht zuletzt auch mit seinen Säften, die ihr Farbe liefern.

Stein und Pflanze scheinen Gegensätze zu sein. Der eine erzählt von der Zeit, die andere vom Werden. Und doch entspringen beide derselben Erde. (zvg/are)

«Schlämmereien und Augenweiden»: B74 Raum für Kunst, Baselstr. 74, Luzern, bis 31. Oktober, Do/Fr 16.00 – 19.00; Sa 14.00 – 17.00.

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