Es ist ein gewaltiges Bild. Nicht nur wegen seiner Dimensionen von 2,60 mal 2 Metern. Bruno Müller-Meyer gibt seine Eindrücke nach dem letztjährigen Felssturz im Lötschental wieder.
Am oberen Bildrand sticht die Pyramide des Bietschhorns in den aufgewühlten Himmel. Gletschereis und Geröll haben eine Schneise durch den Bannwald gerissen und im Talboden das Dorf Blatten verschüttet. Das Gemälde ist expressiv, wuchtige Farben und Kontraste setzen dramatische Vorgänge in Szene. Die Berglandschaft tritt aus dem Topographischen heraus und wird zu auch seelischer Energie.
Der Luzerner Künstler Bruno Müller-Meyer ist für seine Landschaftsgemälde mit Motiven vom Vierwaldstättersee und den Schweizer Hochalpen bekannt. Vor zwei Jahren zeigte er in der Galerie Vitrine schöne Seebilder mit subtilen Lichtinszenierungen, die grosse Ruhe ausstrahlen. Wie anders wirken nun die Bilder der neuen Ausstellung am gleichen Ort.
Zu den Exponaten gehört ein zweites Grossformat. Es ist die strahlende Hommage an den sich immer weiter zurückziehenden Morteratschgletscher. Die Gebirgskette vom Piz Balü zum Piz Bernina verbindet sich hellblau mit dem Himmel und hebt sich nur durch weiss angedeutete Eis- und Schneeflächen davon ab. Von dieser kalten, lichtdurchfluteten Zone fliesst der Rest der Gletscherzunge zum Bildvordergrund hin in eine pastellfarbige Felswanne, welche die einstige mächtige Dimension dieses Gletschers erahnen lässt.
Kleinere Bilder mit Motiven aus dem Berner Oberland und vom Pilatus ergänzen die Ausstellung. Der 73-jährige Künstler setzt expressive Farbigkeit ein, betont die atemberaubende Rhythmik von Steilwänden, Gletschern und Felsformationen. Elementare Naturkräfte werden sicht- und spürbar. (zvg/are)
Vernissage: Sa, 16. Mai, 17.00. Mit Künstler und Galeristin. Ausstellung bis 22. August. Galerie Vitrine, Stiftstr. 4, Luzern. Do / Fr 14 – 18.30, Sa, 12 – 16 Uhr.





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