Bee Gees

80 Jahre Barry Gibb – zwischen Triumph und Tragödie

Er ist «der letzte Bee Gee»: Was wie eine nostalgische Auszeichnung zum 80. Geburtstag klingt, birgt für Barry Gibb nicht nur unsterbliche Hits, sondern auch schmerzhafte Verluste. Doch ein Wunsch könnte in Erfüllung gehen.

Da hat Barry Gibb wohl nicht schlecht gestaunt, als im vergangenen Mai plötzlich sein Tod verkündet wurde. Die Facebook-Seite «R.I.P. Barry Gibb» sammelte innert kürzester Zeit fast eine Million Likes von trauernden Fans. Doch dann die frohe Botschaft seiner Familie: Der letzte Bee Gee lebt noch.

Jetzt wird er 80 Jahre alt. Legendäre Erfolge liegen hinter ihm, mit den Bee Gees haben er und seine Brüder Musikgeschichte geschrieben und Songs wie «Night Fever», «How Deep Is Your Love» oder «Stayin’ Alive» unsterblich gemacht.

Apropos: Letzterer wurde jahrelang in Nothelferkursen als Eselsbrücke benutzt, weil er genau den passenden Rhythmus für eine korrekte Herzdruckmassage hat. Der Song hielt also wortwörtlich Menschen am Leben.

Musikalisch harmonisch, privat zerstritten

Doch so hoch die Höhenflüge waren, so tief war der Fall. «Als wir berühmt wurden, habe ich aufgehört, Robin und Maurice privat zu kennen», sagte Barry einst. Bereits als Kinder sangen er und seine zwei jüngeren Brüder zusammen. Denn mit dem Erfolg kamen die Spannungen.

Mit seiner Wallemähne, dem weissen Lächeln und buschigen Brusthaaren, die aus dem offenen Hemd schauten, galt Barry als Frauenschwarm. Vor allem Robin litt darunter, neben ihm im Schatten zu stehen.

«Es wurde ein Wettbewerb. Die Rivalität der Geschwister und all das», erzählte Barry dem «Billboard»-Magazin: «Das macht Erfolg aus dir – du bist nicht mehr derselbe.» Zeitweise verliess Robin sogar die Band.

«Ich möchte nur, dass die Musik lebt»

Mit dem Tod von Maurice kam 2003 das Ende der Bee Gees. Zwillingsbruder Robin folgte 2012. Bereits 1988 hatte die Familie mit Andy Gibb das Nesthäkchen verloren. «Ich hätte sie lieber alle hier und dafür keinen einzigen Hit», sagte Barry einmal.

In den letzten Jahren wurde es ruhiger um die Musik-Ikone. 2019 gab er sein bislang letztes Konzert. Doch gegenüber der britischen Zeitung «The Guardian» sagte er 2020: «Es ist mir wirklich egal, ob sich jemand an mich oder die Gruppe erinnert. Ich möchte nur, dass die Musik lebt. Ich möchte, dass die Leute diese Musik in 20 oder 30 Jahren hören, die vor mehr als 40 Jahren gemacht wurde.»

Dieser Wunsch hat gute Chancen, in Erfüllung zu gehen. Denn sein runder Geburtstag und sogar die falsche Todesmeldung beweisen, dass Barry Gibb, die Bee Gees und ihre Musik noch lange nicht vergessen sind.

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