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U20-Kolumne

Zwischen WLAN und Wirklichkeit

Alle sind am Handy – das stört viele. Doch selbst ist man auch nicht besser.

Es ist Montagnachmittag im Französischunterricht. Bald ist die Lektion vorbei. Ich freue mich, nach einem strengen Tag endlich nach Hause in den wohlverdienten Feierabend zu gehen. Ich laufe durch das Schulhaus. Mir fällt auf, wie viele Jugendliche nur mit ihrem Handy beschäftigt sind.

Livio Burch.
Bild: zvg

Eine Gruppe Teenager läuft an mir vorbei, alle am Handy. Wahrscheinlich schreiben sie miteinander, anstatt zu sprechen. Erstens braucht das auf Dauer viel Strom und zweitens hat es meiner Meinung nach nicht mehr viel mit persönlicher und direkter Kommunikation zu tun.

Irgendwie stört mich das. Wo ist das reale Leben geblieben? Ein Leben ohne Social Media und ohne den Drang, ständig online zu sein. Diese heutige Jugend, immer nur am Handy. Jetzt merke ich, was meine Eltern damit meinen. Überall sehe ich Leute mit dem Handy. Ob im Bus oder auf dem Velo. Egal, wo. Einfach überall!

Als ich zu Hause ankomme, merke ich, dass ich noch für eine Prüfung lernen muss. Ich nehme das Material hervor, setze mich an mein Pult und will mit dem Lernen beginnen. Doch da liegt noch mein Handy. Ich will nur kurz etwas nachschauen. Doch neben Google ist da eine sehr verlockende App namens Instagram. Ganz kurz schauen kann doch nicht schaden. Doch wenn man WLAN hat, kann man sehr schnell sehr viel Zeit damit verbringen.

Nach einer halben Stunde merke ich, wie spät es inzwischen ist. Nun muss ich aber wirklich lernen. Ich gehöre halt auch zu dieser heutigen Jugend.

Livio Burch ist 16 Jahre alt und Schüler an der Kantonsschule Sursee. In der U20-Kolumne äussern sich jeweils alle zwei Wochen Lernende von Kantonsschulen zu einem frei gewählten Thema. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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