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Nidwalden

Zwischen Tragik und Komik: «Honig im Kopf» im Buochser Theater

Die Theatergesellschaft Buochs bringt die Tragikomödie «Honig im Kopf» auf die Bühne. Am 10. Januar ist die Premiere.
Sie stehen im Mittelpunkt (von links): Lina Scheuber, Eva Mann, Vivienne Virchow und Kuno Scheuber.
Bild: Sandra Scheuber / zvg

Die Proben für die aktuelle Produktion im Theater am Dorfplatz in Buochs laufen auf Hochtouren – «eine intensive Zeit für das Ensemble mit 14 Spielerinnen und Spielern», heisst es im Schreiben der Theatergesellschaft Buochs.

Das Stück «Honig im Kopf» erzählt die Geschichte des an Alzheimer erkrankten Amandus und seiner besonderen Beziehung zu seiner Enkelin Tilda. Während seine Krankheit fortschreitet und den Alltag der Familie zunehmend belastet, beschliesst Tilda, mit ihrem Grossvater auf eine Reise nach Venedig zu gehen. «Demenz ist ein Thema, das viele bewegt und betrifft», wird Kuno Scheuber, Mitglied der Theatergesellschaft, zitiert. «Das Stück verbindet Tragik und Komik und zeigt einfühlsam, wie Liebe, Geduld und Menschlichkeit im Umgang mit an Demenz Erkrankten wirken.»

Kuno Scheuber verkörpert die Rolle des Grossvaters Amandus und hat sich intensiv mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt. «Mein demenzkranker Vater durchlebte Wechselbäder an Emotionen. Darin entdecke ich viele Parallelen zu Amandus.» Die Stimmungsschwankungen von Amandus seien schauspielerisch besonders herausfordernd. «Es ist wie, in kurzen Abständen in verschiedene Rollen schlüpfen zu müssen.»

Grosse Rollen für die Hauptdarstellerinnen

Kinder fänden oft einen unverkrampften, authentischen Zugang zu betagten Menschen. «Sie reduzieren sie nicht auf ihr Alter oder ihre Erkrankungen», findet Kuno Scheuber. Die 11-jährige Lina Scheuber und die 12-jährige Vivienne Virchow mimen die Enkelin «Tilda» und teilen sich diese Hauptrolle. Das Auswendiglernen sei für sie – trotz viel Text – nicht besonders schwierig gewesen, sagen sie. «Die Monologe sind einfach und logisch, fast wie im richtigen Leben», findet Lina.

«Dialoge, Abläufe und Handlungen müssen stimmen, man muss immer wissen, wo man stehen, was man machen und welche Requisiten man bereit haben muss», ergänzt Vivienne. Schule und Proben liessen sich zeitlich gut vereinbaren. Das abendliche Proben mache ihnen Spass. Kuno Scheuber betont, dass Schule und Klassenlehrpersonen das Engagement der Kinder befürworten und unterstützen.

Mit Herz und Humor gegen das Vergessen

Eva Mann führt bereits zum elften Mal Regie am Theater Buochs. «Ihre Produktionen waren allesamt sehr erfolgreich», heisst es in der Mitteilung dazu. Einen Druck, den Erwartungen des Publikums gerecht zu werden, verspüre sie trotzdem nicht. «Jedes Stück ist anders und keine Kopie des letztjährigen. Mein Fokus richtet sich auf die Proben und auf die Spielenden», wird Eva Mann zitiert. «Die Bühnenfassung von Honig im Kopf ist sehr einfühlsam und gut geschrieben und zeigt den Menschen von innen in seiner Verletzlichkeit, mit seinen Gefühlen und mit Würde. Schmerz und Situationskomik halten sich die Waage, ohne dass es ins Lächerliche gezogen wird.» Die Theatergesellschaft Buochs habe es schon immer verstanden, sich immer wieder mit neuen Stücken auseinanderzusetzen und diese gekonnt auf die Bühne zu bringen. (rwi)

Tickets und Informationen unter www.theater-buochs.ch.

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