Stadt Luzern

Zusammenschluss von Viva und Spitex: Es soll eine «Senioren-AG» sein

Ambulante und stationäre Pflege aus einem Guss: Die neue städtische Firma soll eine Aktiengesellschaft sein. 

In der Stadt Luzern gibt es zwei grosse «Player» in der Alterspflege: Die Viva AG betreibt die städtischen Alters- und Pflegeheime und gehört der Stadt. Und im ambulanten Bereich kümmert sich der Verein Spitex Stadt Luzern um die Pflege zu Hause.

Seit einiger Zeit gibt es Pläne, dass sich Spitex und Viva zusammenschliessen. Somit würden ambulante und stationäre Pflege neu von derselben Organisation angeboten. Ein solcher Zusammenschluss könnte frühestens 2026 erfolgen.

Doch noch ist es nicht so weit. Spitex-Präsident Christoph Buerkli betont, dass noch gar nichts entschieden sei – auch nicht, wie stark sich Spitex und Viva tatsächlich annähern sollen: Eine Fusion sei keineswegs die einzige Option. Möglich sei auch eine Kooperation in Teilbereichen, etwa bei Weiterbildungen oder bei der IT. Für den Stadtluzerner Sozialdirektor Martin Merki macht eine Fusion aber am meisten Sinn: «Der grösste Nutzen entsteht bei einer vollständigen Zusammenführung von Viva und Spitex zu einer Organisation».

2024 soll der Grundsatzentscheid fallen

Um die Frage zu klären, finden ab Anfang 2024 mehrere Workshops zwischen Spitex und Viva statt, bei denen auch Mitarbeitende eingeladen werden. Ebenfalls 2024 soll dann der Grundsatzentscheid fallen, welche Form von Zusammenarbeit man weiterverfolgen will. Falls es zu einer vollständigen Fusion von Viva und Spitex kommt, dann wird die neue Organisation wohl eine Aktiengesellschaft sein – so wie heute schon die Viva. Und wie die Viva soll auch die neue «Senioren-AG» im Besitz der Stadt sein. Das ist das Resultat eines Gutachtens, das der Stadtrat erstellen liess. Dieses kommt klar zum Schluss, dass eine AG die ideale Rechtsform für die neue Organisation wäre. Andere Rechtsformen wie eine öffentlich-rechtliche Anstalt oder eine Genossenschaft wurden zwar geprüft, aber verworfen.

Neben dem Stadtrat plädiert auch der Spitex-Vorstand für die Gründung einer Aktiengesellschaft im Falle einer Fusion. Zunächst muss aber noch das Stadtparlament zu dieser Frage Stellung nehmen. Und dort könnte eine AG auf Gegenwind stossen. SP und SVP haben vor einiger Zeit eine Motion eingereicht. Diese forderte eine kritische Überprüfung der Rechtsform der bestehenden städtischen Betriebe Viva, EWL und VBL. Der Stadtrat hat das inzwischen gemacht und kommt zum Schluss, dass die Aktiengesellschaft nach wie vor das beste Modell sei für diese Firmen. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass Gegner des Modells «Aktiengesellschaft» eine Fusion von Viva und Spitex zum Anlass nehmen, eine andere Rechtsform zu fordern.

Stadt will Alterswohnungen abgeben

Bei der Spitex Stadt Luzern sind es die rund 1000 Vereinsmitglieder, die am Ende grünes Licht geben müssen für jedwede Form von Kooperation mit der Viva. Auch wenn die Spitex mit rund 400 Mitarbeitenden dreimal kleiner ist als die Viva, so soll ein Zusammenschluss trotzdem «auf Augenhöhe» stattfinden, wie Christoph Buerkli sagt. «Wir möchten gemeinsam etwas Neues schaffen, das dem Bedürfnis nach ambulanten und stationären Leistungen aus einer Hand gerecht wird».

Die neue AG soll künftig nicht nur für die Heime und die Spitexpflege verantwortlich sein, sondern auch für die 210 städtischen Alterswohnungen. Diese werden zwar heute schon von der Viva betrieben, befinden sich aber im Besitz der Stadt Luzern. Das sei ineffizient, findet der Stadtrat: So reden bei den Alterswohnungen drei verschiedene Abteilungen (Viva, Baudirektion, Finanzdirektion) mit. Der Stadtrat will die Alterswohnungen deshalb der neuen Organisation im Baurecht abgeben. Der Buchwert der Seniorenwohnungen ist zurzeit mit 43 Millionen Franken angegeben.

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