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Schattdorf

Zum Gedenken an Anna Zurfluh-Knobel

Anna Zurfluh-Knobel (31.5.1934-17.2.2026)
Bild: zvg

Unsere Mutter Anna wurde am 31. Mai 1934 in Altendorf im Kanton Schwyz geboren. Sie war das jüngste Kind von fünf Geschwistern: Josefine, Louise, Robert, Josef und Alois. Zu ihrem jüngsten Bruder Alois, der bereits fünf Jahre älter war, hatte sie stets eine enge Beziehung.

Anna oder «ds Anneli», wie sie genannt wurde, wuchs in einem lebhaften Umfeld im Restaurant Hirschen in Altendorf auf. Der Vater Robert arbeitete als Landwirt, führte ein Restaurant und war Gemeindeschreiber im Nebenamt. Dabei wurde er tatkräftig unterstützt von seiner Frau Josefine Knobel, geborene Oberlin.

Anna erlebte eine unbeschwerte Kindheit. Besonderen Eindruck aber müssen ihr die Gewitter in der March gemacht haben. Diese Angst nahm sie mit, sodass bei uns zu Hause bei ersten Donnergrollen alle Geräte ausgesteckt wurden.

Anna besuchte nach der Primarschule während zwei Jahren die Oberstufe. Im Anschluss absolvierte sie die Haushaltungsschule in Lachen. Schon früh half sie bei ihrer Tante Anna Oberlin im Kolonialwarengeschäft in Lachen aus. Unsere Mama war erst 16 Jahre alt, als ihr Vater Robert im Oktober 1950 verstarb. Nach seinem Tod führte ihr ältester Bruder Josef den Landwirtschaftsbetrieb und ihr Bruder Alois trat die Nachfolge des Vaters als Gemeindeschreiber an.

Als 1952 ihre Tante, Anna Melliger-Knobel, verstarb, eilte Mama ihrem Onkel, Hans Melliger, zu Hilfe. Dieser führte in Altdorf einen Spezereiladen. Anna unterstützte ihren Onkel sowohl im Haushalt als auch im Geschäft. Sie fühlte sich als junge, lebensfrohe Frau von achtzehn Jahren in Altdorf wohl. Sie schloss Freundschaften, sang im Cäcilienchor und erlernte – das war damals nicht alltäglich - das Auto- und das Skifahren. Auch fuhr sie schon Mal mit dem Velo von Altendorf nach Altdorf. Onkel Hans und Anna pflegten zeitlebens ein freundschaftliches, respektvolles Verhältnis.

Und es ergab sich, dass sie Gefallen an einem (nicht mehr ganz jungen) Attinghauser Detaillisten namens Engelbert Zurfluh fand, den sie 1962 heiratete. Es sei die Hochzeit des Jahres gewesen, sagte eine liebe Kollegin, welche das Fest als Kind miterlebt hatte. Gemeinsam wagten sie den Neubau eines neuen, für die damalige Zeit grossen Lebensmittelgeschäftes.

Ihrer Ehe wurden drei Kinder geschenkt. Stefanie 1963, Monika 1965 und Engelbert 1967. Onkel Hans Melliger lebte bis zu seinem Tod 1981 in unserer Familie und half im Geschäft mit.

Obwohl unsere Mutter bereits Erfahrung in der Haushaltsführung und der Mitarbeit in einem Laden hatte, waren die Gründung einer Familie und die Führung eines eigenen Betriebs sicher eine grosse Herausforderung, die sie mit Bravour meisterte.

Da unsere Mutter im Geschäft mitarbeitete, hatte sie – solange ihre Kinder noch klein waren – immer eine Haushilfe. Im Geschäft gehörten die Wolle, Textilien und der Non-Food-Bereich zu ihrem Ressort. Am jeweils freien Mittwochnachmittag führte sie meist das Kassenbuch nach. Anna schätzte den täglich wiederkehrenden Kontakt mit Kunden. Sie war stets freundlich und hilfsbereit. Die ehemaligen Mitarbeitenden im Haushalt und Verkauf hielten den freundschaftlichen Kontakt zu unserer Mutter immer aufrecht.

Engelbert und Anna hatten einen liebevollen, wertschätzenden Umgang. Unsere Mutter liebte die Harmonie und stellte ihre Bedürfnisse nie in den Vordergrund. Am Sonntag gab es jeweils ein ausgiebiges Mittagessen. Gerne hatten unsere Eltern auch Besuch. Der Pfarrhelfer J.K. Scheuber oder unsere Verwandten aus Altendorf und Wolfenschiessen waren regelmässig zu Gast.

Die Familie war für unsere Mutter das Wichtigste. Sie sorgte sich, freute sich und schöpfte daraus Kraft und Zuversicht. Sie durfte die Heirat ihrer drei Kinder und die Geburt von neun Grosskindern und fünf Urgrosskindern erleben. Sie liebte es, wenn wir zu Besuch kamen, hütete gerne die Grosskinder und fühlte sich im Kreis ihrer Familie am wohlsten.

Der unerwartete Tod ihres Gatten Engelbert 1997 war eine grosse Zäsur in ihrem Leben. Auch, dass das Geschäft nicht mehr weitergeführt werden konnte, beschäftigte sie.

Umso mehr freute sie sich, dass ihr Sohn Engelbert wieder in den Kanton Uri zurückkehrte. Gemeinsam baute die Familie das Geschäftshaus an der Kummetstrasse in ein Zweifamilienhaus um und richtete für die Mutter eine schöne Wohnung im Erdgeschoss ein, die während der nächsten 20 Jahre ihr zu Hause war. Sie genoss ihren Garten, freute sich über spontane Gespräche «über den Gartenhag» und den regelmässigen Kontakt zu unseren lieben Nachbarn.

Weil die demenzielle Erkrankung stetig fortschritt, wurde 2022 der Übertritt ins Pflegeheim Rüttigarten in Schattdorf notwendig. Dies war für unsere Mutter nicht einfach. Doch dank einer sehr guten Pflege und Betreuung fühlte sie sich mit der Zeit im Heim sehr wohl.

Am Freitag, nach dem Schmutzigen Donnerstag, verschlechterte sich der Zustand unserer Mutter stark. Am darauffolgenden Dienstagabend, 17. Februar 2026, konnte sie friedlich einschlafen. Wir sind dankbar, dass wir sie in den letzten Tagen eng begleiten durften.

Liebi Mamä, wir danken Dir für alles und wünschen Dir den ewigen Frieden.

Die Trauerfamilie

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