Lukas Nussbaumer
Lukas Nussbaumer
Premiere in der Verwaltung des Kantons Luzern: Zum ersten Mal wird eine Stabsstelle in einem Jobsharing geführt. Das 16-köpfige Sekretariat des Gesundheits- und Sozialdepartements (GSD) von Mitte-Regierungsrat Guido Graf erhält ab Januar 2022 mit Noëlle Bucher und Cornel Kaufmann nämlich eine Co-Leitung. Sie besetzen je ein 70-Prozent-Pensum, wie die Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Bucher und Kaufmann folgen auf Erwin Roos, der das Amt des Departementssekretärs am 1. Februar 2011 von Peter Schwegler übernommen hatte und nun unter anderem als Projektleiter beim GSD arbeitet. Bis Ende Jahr wird das Departementssekretariat interimistisch von Hanspeter Vogler, Leiter des Fachbereichs Gesundheit, geführt.
Wie Guido Graf auf Anfrage sagt, haben sich die 35-jährige Bucher und der gleich alte Kaufmann als Duo beworben – und sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen 50 Mitbewerber durchgesetzt. Die Beiden würden über exzellente Qualifikationen verfügen, so Graf. Dass sich Bucher und Kaufmann gemeinsam beworben haben, ist kein Zufall: Sie arbeiten derzeit bei Interface Politikstudien in Luzern zusammen. Nicht ausschlaggebend gewesen bei der Wahl war laut Graf die Parteizugehörigkeit Buchers, die den Grünen angehört.
Co-Leitung bedeutet Ausbau um 40 Stellenprozente
Mit der Einsetzung einer Co-Leitung kommt der Kanton Luzern gemäss Graf einer Forderung im Planungsbericht Gleichstellung, der in seinem Departement erarbeitet wurde, nach. Darin heisst es, der Kanton solle sich als Arbeitgeber um eine familienfreundliche Gestaltung von Kaderstellen bemühen und Jobsharing in Führungspositionen fördern. «Mit der Wahl von Noëlle Bucher und Cornel Kaufmann setzen wir einen Aspekt dieses Berichts aktiv um», sagt Graf.
Den Ausbau der Leitung um 40 auf 140 Stellenprozente begründet der seit 2010 als Gesundheits- und Sozialdirektor amtierende 63-jährige Graf mit einer Organisationsanalyse. Diese habe gezeigt, dass die Funktion des Departementssekretärs mehr Ressourcen benötige. Noëlle Bucher wird sich gemäss ihrem künftigen Chef schwerpunktmässig um die Bereiche Soziales und Personal kümmern, Cornel Kaufmann um die Themen Gesundheit und Finanzen.
Bucher tritt als Kantonsrätin ab – Nachfolge ist offen
Noëlle Bucher ist nach Gaby Schmidt im Bildungs- und Kulturdepartement erst die zweite Frau an der Spitze eines Departementssekretariats. Die Gesellschafts- und Kommunikationswissenschafterin, die in Luzern aufwuchs und mit ihrer Familie auch in Luzern wohnt, arbeitet seit 2016 als Projektleiterin im Bereich Gesellschaft und soziale Sicherheit bei Interface Politikstudien. Sie wird Ende Oktober aus dem Kantonsrat, in den sie 2019 gewählt wurde, zurücktreten. Wer auf sie folgt, ist gemäss Co-Fraktionschefin Rahel Estermann noch offen. Auf den ersten drei Ersatzplätzen befinden sich Laura Spring, Mirjam Landwehr und Adrian Schmid.
Cornel Kaufmann ist promovierter Gesundheitsökonom und Volkswirtschafter und arbeitet seit 2018 als Projektleiter im Bereich Gesundheit bei Interface Politikstudien. Ausserdem ist er Dozent an der Uni Luzern. Er wuchs in Sursee auf und lebt mit seiner Familie in St.Niklausen.
Departementssekretariate sind die Stabsstellen der Departemente. Sie unterstützen die Regierungsräte bei der fachlich-politischen und betrieblichen Führung sowie in allen Fragen der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ausserdem nehmen sie die administrative Leitung der Departemente wahr und koordinieren die Verwaltungstätigkeiten gegen innen und aussen.


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