Zur Situation im Seebad Hirsgarten in Cham
Mit der Sommerhitze und Trockenheit haben alle zu kämpfen. Ob der neue Pächter da nicht etwas überempfindlich ist? In Cham geboren und aufgewachsen, ist mir die Hirsi-Badi immer nahe gewesen. Die Art, wie der neue Pächter sie führt und was er daraus gemacht hat, ist für mich wenig positiv und hat wenig mit der Trockenheit zu tun. Seine vielfältigen Reklamationen gegenüber den Gästen sind eher mühsam als konstruktiv. Ich bin enttäuscht, was er aus dieser geschützten Badi gemacht hat. Warum braucht es plötzlich eine Bar? Wieso muss das Gebäude mit diesem weissen Klotz vor der ehemals schönen Anlage so verunstaltet werden? Und für die Zeitung wurde ein Bild ausgewählt, das eben diese schöne alte Badi zeigt, ohne diesen deplatzierten Klotz. Warum zeigt man nicht auf, wie es tatsächlich aussieht? Die Badi war in den letzten Jahren sehr ansprechend und gut besucht. Schade, dass der neue Pächter das alteingesessene Publikum mit seinen Erneuerungen vergrault und das neue Publikum, das er anziehen will, ihm Ärger bereitet. Die Badi war in den letzten Jahren sehr ansprechend, sympathisch und gut besucht. Möge man die Neuerungen hinterfragen, überdenken und die Konsequenzen ziehen.
Rita Bisig, Steinhausen
Hoppla, das ist ein altes Foto der Hirsi-Badi, so wie sie vor dem Wechsel des Pächters aussah. Auf einem aktuellen Foto wären das Durcheinander mit sperrigen Loungemöbeln und der grosse Klotz der selten geöffneten Bar zu sehen. Viele Benutzerinnen und Benutzer der Hirsi-Badi würden sich freuen, wenn diese wieder so aussehen und betrieben würde wie auf dem publizierten Foto.
Heidi und Dieter Stucky, Cham
Zu einem im Kanton Zug aktiven Influencer
«Swiss Danny Zug» filmt und bewirbt Zug via soziale Medien. So trägt er einseitig die Sonnenseiten in die Welt hinaus. Als ob wir im Kanton Zug nicht schon genug überrannt würden. Seine Begeisterung ist verständlich. Aber so entsteht der Eindruck, dass «Swiss Danny» die Zuwanderung und damit die für die ansässige Bevölkerung unbezahlbare Wohnsituation sowie die damit einhergehende Zubetonierung der Kulturlandschaft weiter anheizt. Das haben wir nicht nötig. Es droht auch in Zug eine Spaltung der Gesellschaft in gutbetuchte Expats und eine normalverdienende ansässige Bevölkerung, die mit explodierenden Lebenshaltungskosten konfrontiert wird. Die Spirale dreht sich, bis sie bricht. Gegen diese Gefahr helfen die Hunderten von Millionen in der Staatskasse leider nicht, auch wenn die Politik behauptet, es zu versuchen.
Ueli Krasser, Hagendorn
Zur Eindämmung von Feuerwerk in der Schweiz
Überall im Kanton Zug wurde der 1. August bei prächtigem Wetter gefeiert: am Gemeindefest, im Quartier oder im Garten. Im Unterschied zu anderen Jahren hat keine laute Knallerei diese friedlichen Treffen gestört. Das verordnete Feuerwerksverbot ist wenigstens ein positiver Aspekt der aktuellen Trockenheit. Doch müssen sich Menschen, Tiere und Umwelt am nächsten 1. August erneut «plagen» lassen? Das muss nicht sein: Denn am 29. November haben wir die Chance, der Knallerei am 1. August, an Silvester oder auch unter dem Jahr definitiv eine Absage zu erteilen. Dann gelangt die eidgenössische Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» zur Abstimmung; an grösseren öffentlichen Anlässen wären Feuerwerke nach wie vor möglich. Die Argumente gegen lautes Feuerwerk sind bekannt: Es versetzt Haus-, Nutz- und Wildtiere in Panik. Es verursacht Lärm, Feinstaub und 1300 Tonnen Abfall pro Jahr. Und es belastet die Gesundheit empfindlicher Menschen. Laut einer «gfs.bern»-Umfrage würden fast 70 Prozent der Stimmberechtigten die Initiative annehmen. Und auch in den Onlineforen sind die Meinungen zum aktuellen Feuerwerksverbot fast einhellig klar: Die von einem kleinen Kreis verursachte Feuerwerksknallerei entspricht in der Schweiz keiner Tradition und gehört abgeschafft.
André Guntern, Vorstand ALG Baar
Zum Ressourcenverbrauch in der Schweiz und in Zug
Mit dem Erdüberlastungstag, dem «Earth Overshoot Day», haben wir Menschen rechnerisch bereits Ende Juli so viele erneuerbare natürliche Ressourcen und ökologische Leistungen beansprucht, wie die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Ob man diesen Indikator nun als exakte Wissenschaft oder als Warnsignal versteht: Die Botschaft bleibt dieselbe. Wir leben über unsere Verhältnisse, und dies auf Kosten künftiger Generationen. Daraus erwächst gerade auch für wohlhabende Weltregionen wie Zug und die Schweiz eine Verantwortung. Klimaschutz und Ressourceneffizienz sind keine Belastung, sondern eine Investition in unsere Zukunft. Wer heute Energie spart, erneuerbare Energien ausbaut, Biodiversität schützt und die Kreislaufwirtschaft stärkt, sichert langfristig auch unseren Wirtschafts- und Lebensraum. Als Politiker setze ich mich deshalb für konkrete Lösungen ein: für den Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz, eine nachhaltige Mobilität und eine Siedlungsentwicklung, die wertvolle Natur- und Landwirtschaftsflächen schont. Zudem engagiere ich mich in der Begleitgruppe des Bundes zur Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz. Nachhaltigkeit bedeutet für mich, ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung zusammenzudenken. Der Erdüberlastungstag sollte uns nicht entmutigen. Er erinnert uns daran, dass nachhaltiges Handeln kein Verzicht ist, sondern eine Investition in die Zukunft. Gerade ein innovativer und erfolgreicher Kanton wie Zug kann dabei eine Vorreiterrolle übernehmen.
Andreas Lustenberger, Kantonsrat ALG, Baar
Zur Ernährungsinitiative der Abstimmung am 27. September
Zwei Kühe, ein Land: Die eine steht am Hang über dem Dorf und frisst, was dort wächst: Gras, das kein Mensch essen kann, auf Boden, auf dem sonst nichts geht. Sie macht daraus Milch und am Ende Fleisch – etwas, das keine Maschine kann. Die andere steht im Stall und bekommt zum Gras noch Getreide, das auf gutem Ackerland gewachsen ist. Für Mastschweine und Mastpoulets gilt das ohne Abstriche: Ihnen fehlt der Magen für Gras. Die zweite Kuh frisst also, was auch wir essen könnten, und gibt weniger zurück, als sie verbraucht. Auf einem grossen Teil unserer Ackerflächen wächst deshalb Futter statt Brot und Gemüse; sogar backfähiges Brotgetreide wird bei Überschuss deklassiert. Vorne Getreide, hinten Gülle, dazwischen ein Tier. Und trotzdem führten wir letztes Jahr so viel Fleisch ein, wie 400’000 Rinder hergeben. Rechnerisch importieren wir unseren Food Waste und nennen das Versorgungssicherheit. Die Ernährungsinitiative will das drehen: unser bestes Ackerland für Menschen, das Grasland für die Tiere, die Gras verwerten. Unsere Grosseltern mussten darüber nicht diskutieren; ihre Höfe funktionierten so, weil es gar nicht anders ging. Neu ist nicht die Idee. Neu ist der Lastwagen: Er bringt, was der Hof selbst nicht hergibt, bis in die letzten Täler hinauf. Landwirtschaftsminister Parmelin warnt, bei einem Ja müssten die Tierbestände um fast die Hälfte schrumpfen, vor allem bei Schweinen und Geflügel. Genau. Das ist keine Nebenwirkung, das ist der Zweck. Diese Hälfte hing nie an unserem Boden, sie hängt am Futtersack. Und der Stickstoff daraus bleibt hier: als Gülle auf der Fläche, als Nitrat im Grundwasser. Dagegen steht ein Nein-Komitee unter Führung des Bauernverbands, das uns allen einredet, mehr Brot, Hülsenfrüchte und Gemüse für Menschen sei gegen die Bauern gerichtet. Vom Trog zum Teller, das ist der Tausch. Ein Feld bei Menzingen wird zu Brot. Ein Sack Mehl aus Edlibach wird zu Teigwaren. Ein Acker Baarer Gerste wird zu Bier. Einige wenige halten diese Wege offen und zeigen, dass es geht. Und doch: Ein Land, das einen grossen Teil seines Getreides in den Trog kippt und sein Wasser vergisst, hat nicht zu wenig Fläche. Es hat zu wenig Mut. Deshalb lege ich am 27. September ein Ja ein.
Michael Felber, Kantonsrat Mitte, Zug
Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.