Selbstständigkeit fördern

Zug fordert weniger «Elterntaxis»: Wie pinkfarbene Strassenbemalungen vor Schulhäusern dazu beitragen sollen

Die Zahl der Elterntaxis vor den Schulhäusern soll reduziert werden. Gelingen soll dies mit einer neuen Kampagne der Stadt Zug. Damit soll auch die Verkehrssicherheit rund um die Schulen verbessert werden.

Eltern bringen ihre Sprösslinge mit dem eigenen Auto zur Schule, statt die Kinder alleine oder mit Freunden den Schulweg bewältigen zu lassen. Diese sogenannten «Elterntaxis» sind der Stadt Zug ein Dorn im Auge. Abhilfe schaffen soll nun die Kampagne «Z’Fuess fahrsch besser!». Das Ziel: Stadtzuger Kinder sollen dazu ermutigt werden, ihren Schulweg selbstständig zurückzulegen. Gleichzeitig soll die Verkehrssicherheit rund um die Schulen verbessert werden, wie die Stadt Zug in einer Mitteilung schreibt.

Ein sichtbares Zeichen der Kampagne sind pinkfarbene Strassenbemalungen mit der Aufschrift «Schule». Diese seien bei den Schulhäusern Herti und Kirchmatt im Rahmen eines Pilotprojekts bereits angebracht worden.

Wie die Stadt Zug mitteilt, sollen die Markierungen auf die besonders sensible Verkehrssituation vor den Schulhäusern aufmerksam machen. Fahrzeuge sollten in diesen Bereichen möglichst nicht anhalten. Eltern, die ihre Kinder dennoch mit dem Auto zur Schule bringen, würden gebeten, mindestens 100 Meter vom Schulhaus oder der Betreuung entfernt anzuhalten. Dadurch sollen Staus, Behinderungen und Unfallrisiken reduziert werden.

Die Kampagne wurde zum Schulbeginn am 19. Oktober lanciert. Neben der Verkehrssicherheit stehe auch die Entwicklung der Kinder im Vordergrund. Der selbstständig zurückgelegte Schulweg fördere unter anderem die Orientierung, die Eigenständigkeit und die sozialen Kontakte.

Stadt Zug unterstützt Pedibus

Um den Verzicht auf das Elterntaxi zu erleichtern, empfiehlt die Stadt, den Schulweg gemeinsam mit den Kindern einzuüben. Auch ein schrittweiser Umstieg, etwa mit einem autofreien Schulweg pro Woche, sei möglich. Zudem unterstütze die Stadt Eltern, die einen sogenannten Pedibus organisieren möchten. Dabei gehen Kinder in Gruppen auf festgelegten Routen zur Schule.

Ergänzend stellt die Stadt auf ihrer Website einen Schulweginfrastrukturplan zur Verfügung. Dieser zeigt unter anderem Fussgängerstreifen, Tempo-30-Zonen und aktuelle Baustellen an. Über die App «Notiqo» könne die Bevölkerung zudem Gefahrenstellen auf Schulwegen melden.

Ob weitere Schulhäuser pinkfarbene Strassenmarkierungen erhalten, ist noch offen. Laut Stadt seien sie aufgrund der örtlichen Verhältnisse nicht überall möglich.

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