Fussball

Zug 94 holt einen Punkt für die Moral

Im zweiten Heimspiel der Saison 2026/27 holte Zug 94 mit einem 2:2 (1:1) gegen den SC Buochs verdient einen Punkt.
Bild: Maria Schmid (Zug, 5.9. 2026)

Viele würden zuerst einmal lauthals zu jammern beginnen, wenn sie wie Zug 94 mit zwölf oder sogar vierzehn Verletzten – je nach Liste – noch ein wettkampffähiges Team zusammenstellen müssten. Die zahlreichen Absenzen eröffneten den jungen Zugern im Kader von Zug 94 am Samstag jedoch eine hochwillkommene Gelegenheit, auf dem Rasen positiv auf sich aufmerksam zu machen.

So kam es, dass in der Startaufstellung der Einheimischen von elf Spielern sechs den Jahrgang 2002 oder jünger auf ihren Spielerpässen auswiesen. Dass deshalb nicht immer der perfekte Pass gelang oder beim Tackling dem Gegenspieler der Ball nicht immer in der angedachten Art abgeluchst werden konnte, kam durchaus vor. Aber die Körpersprache der Zuger stimmte, übers Spiel hinweg gesehen, zuversichtlich.

Die jungen Zuger haben aber noch aus einem anderen Grund Charakter bewiesen: Sie gaben trotz ihrer Unerfahrenheit nie auf. Das 0:1 durch den Buochser Simon Rosenberg nach 75 Sekunden konnte der vom SC Kriens zugezogene Flavio Caserta in der 10. Minute fast postwendend wieder ausgleichen. Das beruhigte die Nerven der Zuger.

Ein Neuer konnte sich schon gut in Szene setzen

Der gleiche Akteur, der in der vergangenen Saison mit dem SC Kriens in die Challenge League aufstieg, verpasste kurz vor der ersten Pause gar das zwischenzeitliche 2:1. Er verzog den Ball aber um Zentimeter. Es wäre, wie Flavio Caserta nach der Partie zugab, sein rechter Fuss gewesen, um dem Ball den richtigen Dreh zu geben. Der gebürtige Badener konnte sich im Verlaufe der Partie wiederholt gut in Szene setzen. Erwähnenswert war Casertas Torchance in der 68. Minute. Kurz vorher, in der 67. Minute, verpasste sein Teamkollege Gustavo Campello das mögliche 2:1.

Zug 94 spielte – aufgrund seiner Unerfahrenheit – zeitweise gar zu ängstlich und war zudem bestrebt, die Fehlerquote möglichst tief zu halten. Das lähmte die Kreativität. In der 84. Minute verlor die junge Zuger Equipe im eigenen Strafraum kurzzeitig die Orientierung und die Zuordnung. Buochs wusste diese Unachtsamkeit eiskalt auszunützen. Der Brasilianer Denner Da Silva erzielte in der 84. Minute mit dem Kopf das 2:1 für die Nidwaldner. Bereits im ersten Heimspiel gegen Muri-Gümligen vor zwei Wochen gelang den Gästen kurz vor Schluss der Siegestreffer. Die Partie endete 0:1.

Noch einmal wollten die Zuger eine solche Schmach jedoch nicht erleben. Sie powerten, und nach einem Eckball von Flavio Caserta konnte der Zuger Captain und 39-jährige Teamsenior Dein Barreiro in der 92. Minute mit dem Kopf das 2:2 erzielen. Die Matchuhr auf der Herti-Allmend war dabei schon länger bei 90 Minuten stehen geblieben. Verständlich, dass auf Zuger Seite die Erleichterung sehr gross war. «Wir haben Charakter gezeigt», liess sich der mehrfach positiv auffallende Flavio Caserta nach dem 2:2 zitieren. Gefreut hat ihn auch, dass nach dem 2:1 in der 84. Minute sich alle noch einmal aufgerichtet hatten.

Zug-94-Trainer Piserchia will nicht klagen

Zug-94-Trainer Erminio Piserchia, der sich nach dem Spiel jeweils mit seinem Personal im Kreis zu einer Besprechung trifft, sagte nach dem ersten Punktgewinn der Saison vor dem eigenen Anhang: «Ich will nicht jammern. Wir gehen mit den Spielern aufs Feld, die wir haben. Die wirksamste Medizin für die jungen Akteure sind Erfolgserlebnisse.»

Zug-94-Sportchef Besnik Reci konnte kurz vor Transferschluss noch gute Akteure verpflichten. Er sagt deshalb: «Wir haben ein gutes Team mit Potenzial.» Kommen die verletzten Spieler wieder zurück, dann steigt der Konkurrenzdruck im Team. Klar ist aber auch, dass Junge nur dann lernen können, wenn sie spielen und aus ihren Fehlern lernen. Zug 94 kann Nachwuchs fördern. Es bleibt hoffentlich kein Einzelfall.

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