115 Jahre lang produzierte der Luzerner Zigarrenhersteller Villiger im deutschen Waldshut-Tiengen seine Produkte, nun ist damit Schluss. Wie der «Südkurier» zuerst berichtete, wird das Unternehmen bis Ende 2027 die Herstellung von Zigarren und Zigarillos an den Hauptsitz in Pfeffikon LU und in seine Fabrik in Indonesien verlagern.
Villiger betreibt die Fabrik in Baden-Württemberg seit 1911, aktuell arbeiten dort 190 Personen. 40 von ihnen werden im Zuge der Produktionseinstellung ihren Job verlieren, so der «Blick». Der Standort wird nicht komplett geschlossen, Logistik und Vertrieb werden in Waldshut-Tiengen weitergeführt.
Gemäss Geschäftsführer Christoph Schüpbach, seit 1. Juni 2026 im Amt, seien Überschneidungen bei Produkten und Produktionsabläufen Grund für die Einstellung. Es gehe darum, das Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen.
Das Unternehmen Villiger wurde 1888 von Jean Villiger im luzernischen Pfeffikon, an der Grenze zum Kanton Aargau, gegründet. 2025 starb Patron Heinrich Villiger, Bruder des ehemaligen Bundesrates Kaspar Villiger, im Alter von 95 Jahren. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 1200 Mitarbeitende, gemäss eigenen Angaben aus dem Jahr 2025 bei einem jährlichen Umsatz von 140 Millionen Franken und rund einer Milliarde produzierten Zigarren und Zigarillos. Nebst der nun schliessenden Produktion in Waldshut-Tiengen stellt Villiger seine Produkte auch in Pfeffikon, im deutschen Bünde-Dünne sowie auf der indonesischen Insel Java her. (sig)


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