Mit einem Tag der offenen Tür und einem Jubiläumsfest feiert die Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) Luzern ihr 75-jähriges Bestehen. Längst ist sie nicht mehr «nur» Kantonsbibliothek für die breite Öffentlichkeit, sondern auch Medienvermittlerin für Studium, Lehre und Forschung an der Universität, Pädagogischen Hochschule und Hochschule Luzern.
So hat alles angefangen
Hervorgegangen ist die ZHB ursprünglich aus zwei Bibliotheken: Zum einen die 1812 eröffnete Bürgerbibliothek, die aus den Privatbeständen des Historikers und Staatsmanns Anton Felix von Balthasar gespiesen war, und zum anderen die 1832 eröffnete Kantonsbibliothek, deren Bestände vom aufgelösten Jesuitencollegium stammten. Weil beide an ihre räumlichen Grenzen gelangten, plante der Kanton den Zusammenschluss in einem Neubau. Dieser wurde nicht wie zunächst vorgesehen neben der Jesuitenkirche realisiert, sondern beim Vögeligärtli. Die Eröffnung unter dem Namen Zentralbibliothek folgte vor 75 Jahren, im November 1951.
Immer mehr Standorte
1998 wurde die Zentralbibliothek mit der Integration der Bibliothek der Universität Luzern zur ZHB. Seither gab es laufend Neuzuwachs: 2010 mit der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule Luzern, 2012 kam mit der Wirtschaftsbibliothek das erste Departement der HSLU zur ZHB, seit 2023 sind alle HSLU-Bibliotheken Teil der ZHB. Es gibt insgesamt sieben Standorte.
Kampf ums heutige ZHB-Gebäude
Hohe Wellen schlug die Sanierung des ZHB-Gebäudes. Zuerst wurde diese aus Kostengründen sistiert, später forderte ein CVP-Vorstoss einen Neubau. Dagegen regte sich jedoch breiter Widerstand. Die Annahme der Initiative «Zur Rettung der ZHB Luzern» 2014 beerdigte die Neubaupläne. 2016 wurde ein Sanierungskredit von 20,7 Millionen Franken genehmigt. Nach einer weiteren Verzögerung starteten die Bauarbeiten Ende 2017 und wurden 2019 abgeschlossen. Das vom Luzerner Architekten Otto Dreyer entworfene Haus steht heute unter Denkmalschutz und gilt als ein Hauptwerk des modernen Schweizerischen Bibliothekbaus.
Rekord mit über einer Million Besuchen
2025 erreichte die ZHB einen Rekord von über einer Million Besuchen – doppelt so viele wie 2015. Dieser Zuwachs wurde neben der Integration der Hochschulbibliotheken auch durch das Einrichten zusätzlicher Arbeitsplätze und längerer Öffnungszeiten erreicht. Zwar sinken die Ausleihzahlen bei Printmedien und Bibliotheksangebote können digital von irgendwoher genutzt werden, aber die ZHB bleibt als Ort wichtig – zum konzentrierten Arbeiten, zum Lernen oder zum entspannten Lesen.
Rund 1,8 Millionen Medien im Bestand
Der grösste Teil des Bestands von rund 1.8 Millionen Medien wird in der kooperativen Speicherbibliothek Schweiz in Büron aufbewahrt. Aktuellste Medien, darunter Bücher, Zeitschriften und Bilddokumente, Hörbücher und weitere E-Medien und Informationsmittel, stellt die ZHB an allen Standorten als frei zugänglichen Bestand zur Verfügung.
So fördert die ZHB Informationskompetenz
Mit knapp 400 Vermittlungs- und Veranstaltungsangeboten pro Jahr ist die ZHB nicht nur ein Ort der Begegnung und des Austauschs, sondern fördert zudem die Informationskompetenz und bietet Orientierung. «Gerade im Kontext von Desinformation und der zunehmenden Bedeutung von mit so genannter künstlicher Intelligenz generierten Inhalten wird ein kompetenter Umgang gerade beim KI-basierten Recherchieren, Einordnen und Bewerten von Informationen immer wichtiger», wird ZHB-Direktor Benjamin Flämig in einer Mitteilung vom Dienstag zitiert.
So wird das Jubiläum gefeiert
Tag der offenen Tür der ZHB beim Vögeligärtli ist am Samstag, 14. November, von 10 bis 17 Uhr; unter anderem mit Führungen durchs Haus. Das Jubiläumsfest vom 10. November ist für geladene Gäste bestimmt. (hor)








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