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Öffentlicher Verkehr

13,8 Millionen Fahrgäste – Zentralbahn wächst weiter

Das Unternehmen profitierte 2024 von steigendem Freizeitverkehr. Sorgen bereitete das Unwetter in Brienz.
Mit der Zentralbahn sind immer mehr Touristinnen und Touristen unterwegs.
Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. 6. 2025)

2024 war ein aussergewöhnliches Jahr für die Zentralbahn (ZB), die heuer ihr 20-Jahr-Jubiläum feiert. Das Unwetter in Brienz am 12. August 2024 und die damit verbundene gut dreimonatige Streckensperre beeinflussten den Geschäftsgang erheblich. Dies führte zu einem Unternehmensverlust in der Höhe von 1 Million Franken, wie Thomas Keiser, Leiter Unternehmenskommunikation, in einer Mitteilung schreibt. Wegen des Unwetters verblieben ungedeckte Instandsetzungsarbeiten in Höhe von 5,4 Millionen Franken.

Trotzdem konnte die Zentralbahn im abgelaufenen Geschäftsjahr die Personenverkehrserträge auf 61,2 Millionen Franken (plus 18 Prozent) steigern. Insgesamt beförderte die Zentralbahn 13,8 Millionen Gäste (plus 7 Prozent). Der Kostendeckungsgrad im regionalen Personenverkehr stieg gegenüber dem Vorjahr von 65,2 Prozent auf satte 72,7 Prozent.

Toni Häne, Präsident des Verwaltungsrates, führte gestern speditiv durch die Jubiläums-Generalversammlung im KKL. Geschäftsbericht und Jahresrechnung wurden einstimmig genehmigt und die Mitglieder des Verwaltungsrates in globo entlastet. An der GV galt es auch einige Personalien zu regeln. Stephan Simioni wird per 1. August 2025 neuer Leiter Infrastruktur und Mitglied der Geschäftsleitung der Zentralbahn. Er wird Nachfolger von Gunthard Orglmeister, der die ZB nach elf Jahren verlässt. Urban Ehret, bisheriger Verwaltungsrat der ZB, orientiert sich innerhalb der SBB AG neu. Die GV wählte Christophe Gardan, Steffisburg, als Vertreter der Hauptaktionärin SBB AG in den Verwaltungsrat. Der 47-Jährige leitet aktuell den Finanzbereich bei SBB Markt Personenverkehr.

Geschäftsführer verlässt das Unternehmen

Eine Überraschung gab es an der gestrigen GV für die Aktionäre dennoch: Der Geschäftsführer der Zentralbahn, Michael Schürch, gab bekannt, dass er das Unternehmen nach neun Jahren per Ende November 2025 verlassen wird. Er will sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen. Schürch hat die Zentralbahn massgeblich geprägt und als «Eisenbahnperle der Schweiz» positioniert.

Die Produkte und Dienstleistungen der Zentralbahn erfreuten sich auch 2024 grosser Beliebtheit. Die Nachfrage stieg überdurchschnittlich an. Der nationale und internationale Freizeitverkehr sowie die starke Siedlungsentwicklung im Raum Luzern Süd haben zu diesem Wachstum beigetragen. Doch die grosse Nachfrage hat auch ihre Schattenseiten. Die Kofferflut in den Zügen wurde zu einem Problem (siehe Artikel vom 7. Juni). Mit der ZB fahren immer mehr Touristinnen und Touristen und diese haben im Schnitt 1,7 Koffer dabei. Dies stellt in den Zügen zunehmend ein Sicherheitsrisiko dar.

Um die Situation in den teils übervollen Zügen zu verbessern, hat die Zentralbahn diverse Massnahmen zur Kundenlenkung vorgenommen. Um das Gepäck besser unterbringen zu können, wurden bauliche Verbesserungen in den Zügen vorgenommen. Realisiert werden konnten 2024 diverse Sanierungen auf dem Streckennetz sowie ein umfassendes Ausbauprojekt in Meiringen.

Die Zentralbahn AG ist eine eigenständige Tochtergesellschaft der SBB. Aktionäre sind die SBB (66%), der Bund (16,1%), die Kantone Nidwalden (11,8%) und Obwalden (5%) sowie die Gemeinde Engelberg (1%) und Private (0,1%). Die Zentralbahn verkehrt auf seinen Streckennetzen Luzern-Engelberg, Luzern–Interlaken Ost und erschliesst das touristische Dreieck Luzern–Engelberg–Titlis. Zudem betreibt sie die Strecke Meiringen-Innertkirchen.

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