Nach und nach tröpfelten die Mitglieder des Vereins Forum Musikbühne Uri in den Saal, wo sie bereits vom Vorstand freudig begrüsst wurden. Die Stimmung war gut, umso mehr, als die 17. ordentliche Generalversammlung bevorstand und das letzte Protokoll, der Jahresbericht, die Jahresrechnung und mögliche Anträge kaum grosse Überraschungen bringen würden, da das vorige Jahr ohne Aufführungen verstrich. Die Abstimmungen verliefen denn auch alle wie geplant. Auf Punkt sechs der Traktanden waren jedoch alle gespannt: «Ausblick Projekt 2026».
Franziska Dahinden erhob sich denn auch, um die Neugier der Anwesenden zu befriedigen. Sie erzählte von der Idee einer Freilichtaufführung in den Kulissen der Burg Attinghausen, davon, dass sie bereits mit Behörden und Weiteren gesprochen und auf kooperatives Echo gestossen seien. Leider jedoch mussten sie dieses Projekt wegen übermässiger Kosten für Tribüne und Technik begraben. Für Aufführungen im Freien wären Bauten notwendig gewesen, welche die finanziellen Möglichkeiten des Vereins bei weitem gesprengt hätten. Und da das Theater Uri wegen umfangreicher Erneuerungen der Bühne und Technik im Jahr 2026 nicht bespielbar ist, gibt es in diesem Jahr auch kein Projekt.
Von der grossen Weltbühne nach Uri
Was natürlich für das Jahr 2027 nicht zutrifft. Und jetzt? Welches Stück? Die Spannung war förmlich zu greifen. «Die Zauberflöte»! Was? Warum? Wie? Womit? Wo war ja jetzt klar. «Formal handelt es sich um ein deutsches Singspiel, inhaltlich um eine bunte Mischung von volkstümlicher Posse, Zauber- und Märchentheater ...», besagt ein Auszug aus der Beschreibung der Zauberflöte von Mozart aus «Knauers grosser Opernführer».
Wer Franziska Dahinden kennt und bereits Regiearbeiten an Musicals, Singspielen und Opern von ihr gesehen hat, der weiss, dass sie die Zauberflöte genau auf diese Weise von der grossen Weltbühne auf jene des hiesigen Theaters bringt. Das heisst dann auch, dass während des Stücks auch mal Urner Dialekt zu hören sein wird, einige der wunderbaren Arien von Profis gesungen und andere von Laien präsentiert und eher zu Liedern mutieren. Oder dass neben klassischen Tönen auch Jazztakte oder Rockrhythmen zu hören sein werden. Franziska Dahinden hat die Freiheit, da alle Urheber des Werks schon längst verstorben sind, sich «die Oper» so zu erarbeiten, wie ihr Publikum sie von September bis Oktober 2027 im Theater Uri sehen und lieben wird. Und sie weiss, wie sie es mit diesem schönschauerlichen Märchen anstellen muss, dass sein Zauber nicht flöten geht.

Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.