Der Wolf mit der Bezeichnung M637 sorgt derzeit für Aufsehen: Auf seiner Reise durch die Schweiz nahm er eine ungewöhnliche Abkürzung und durchschwamm einfach den Vierwaldstättersee. Wie die Stiftung Kora berichtet, legte das Tier am vergangenen Mittwoch eine Strecke von rund 1,5 Kilometern im Wasser zurück, obwohl die Wassertemperatur lediglich fünf Grad Celsius betrug. Der Wolf, der Ende Oktober 2025 im Waadtländer Jura mit einem GPS-Sender ausgestattet worden war, hat seither bereits mehrere Hundert Kilometer hinter sich gelassen. Dabei war er auch in allen sechs Kantonen der Zentralschweiz unterwegs. Die Information, wo genau der Wolf den Vierwaldstättersee überquerte, werde am Mittwoch publiziert, teilte die Stiftung auf Anfrage mit.

Diese Beobachtung des schwimmenden Wolfes gilt laut der Stiftung Kora, die sich für die Erhaltung von Grossraubtieren einsetzt, für die Schweiz als einmalig. «Sie ist in der Schweiz erstmalig und zeigt wie wertvoll das Sammeln dieser Bewegungsdaten ist und welche Hindernisse wandernde Wölfe überwinden können», teilte die Stiftung mit.
Der Wolf wurde besendert für das Forschungsprojekt «Wolves and Cattle». Das übergeordnete Ziel dieses Projektes sei es, eine Wissensbasis für ein konfliktarmes Zusammenleben zwischen den Haltenden von Rindern, Pferden und Eseln und Wölfen zu schaffen. Denn: «Ein konfliktarmes Zusammenleben von Kuhhaltenden mit dem Wolf ist essentiell für die Akzeptanz des Wolfes in der Schweiz.» Seit der Wolf in den 90er-Jahren in die Schweiz zurückkehrte, wurden aber vor allem Schafe gerissen. Das Überwachungshalsband wird nicht dauerhaft am Tier bleiben, sondern sich nach einer festgelegten Zeit über eine integrierte Drop-off-Funktion automatisch ablösen. (luz)


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