Entwicklungsschwerpunkt

Fünf Fokusräume festgelegt: So soll sich Willisau weiterentwickeln

Ein neues Konzept bildet die strategische Grundlage für die Entwicklung von Willisau. Der Verkehr ist ein grosses Thema.

Der Kanton Luzern definiert in seinem Richtplan sogenannte kantonale Entwicklungsschwerpunkte (ESP). Das sind grossflächige Arbeitsplatzgebiete, an deren baulicher Entwicklung aus kantonaler Sicht «ein vorrangiges volkswirtschaftliches Interesse» besteht. Einer dieser ESP liegt in Willisau. Er erstreckt sich grösstenteils entlang der Umfahrungsstrasse und deckt die Gebiete Rossgassmoos, Menznauerstrasse, Ettiswilerstrasse und Wydenmatt ab. «Das Gebiet hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Zahlreiche Unternehmen haben sich angesiedelt, und das Wachstum wird weitergehen», heisst es in einer Mitteilung des regionalen Entwicklungsträgers Region Luzern West.

Um die Entwicklung des ESP koordiniert voranzutreiben, haben der Kanton, die Wirtschaftsförderung Luzern, Region Luzern West und die Stadt Willisau vor zwei Jahren eine Vereinbarung unterzeichnet. Nun wurde das Gesamtkonzept für eine nachhaltige Siedlungs- und Verkehrsentwicklung erarbeitet. Es definiert Grundsätze für die nächsten 30 Jahre und dient als Orientierung für künftige Planungen.

Fünf Fokusräume festgelegt

Das Gesamtkonzept definiert fünf strategische Gebiete – sogenannte Fokusräume, die für die zukünftige Entwicklung des ESP von besonderer Bedeutung sind. Das sind: der Kreisel Wydenmatt, der Kreisel Grundmatt, das Bahnhofsquartier Ost, das Gewerbezentrum Möbelfabrik/Hug und die Vernetzung Rossgassmoos und Menznauerstrasse. Diese sind Ausgangspunkte für konkrete Planungen, Projekte und Investitionen in den nächsten Jahren.

Der Verkehr ist ein grosses Thema im Konzept. Das bestehende Strassennetz in Willisau habe die Kapazitätsgrenze erreicht, heisst es darin. Eine weitere Zunahme des Verkehrs müsse in erster Linie durch den ÖV sowie den Fuss- und Veloverkehr bewältigt werden. Weil jedoch sämtliche Busse die Bahnlinie queren müssen, kann es besonders in den Spitzenstunden zu Rückstaus und Fahrplanabweichungen kommen. Zudem ist ein grosser Teil des Gebiets Rossgassmoos im Süden – unter anderem die Firmen Competec (Brack) und Diwisa – nicht mit dem ÖV erschlossen.

Im Konzept sind daher ÖV-Zielbilder bis 2040 festgehalten. Darunter findet sich ein Bushof östlich des Bahnhofs sowie die Erschliessung der Gebiete Rossgassmoos und Menznauerstrasse durch die Verlängerung von bestehenden Buslinien. Auch von einer Bahnhaltestelle Wydenmatt oder Rossgassmoos ist als langfristige Option die Rede. Dafür bräuchte es gegebenenfalls eine Machbarkeitsstudie. Weiter sollen oberirdische Parkierungsflächen optimiert und Sharing-Angebote gefördert werden.

Bezüglich Innenentwicklung steht die Schaffung attraktiver Flächen für die Wirtschaft im Fokus. «Unbebaute Flächen sollen hochwertig entwickelt, bestehende Flächen effizienter genutzt und gezielt verdichtet werden», heisst es in der Mitteilung. Entlang der Hauptachsen sei eine städtebauliche Aufwertung vorgesehen.

Die Region Luzern West schreibt, mit dem Beschluss des Gesamtkonzepts sei ein wichtiger Meilenstein erreicht – nun beginnt die Umsetzung. In den kommenden Jahren folgen konkrete Schritte, um dem Zielbild näherzukommen. Dazu gehören insbesondere die Verankerung in der Ortsplanung, die Planung und Realisierung von Mobilitätsmassnahmen sowie die Umsetzung von Projekten in den definierten Fokusräumen.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)