Weltsuizidpräventionstag

«Wie geht's dir?»: Kanton Luzern will Jugendlichen mit Depressionen helfen

Mit einer Kampagne sollen Jugendliche und junge Erwachsenen über das Thema psychische Gesundheit sensibilisiert werden.

Vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen geht es schlecht: Immer mehr sind von negativen Gefühlen betroffen, einige von Einsamkeit, psychischen Tiefs, Depressionen oder gar Suizidgedanken geplagt. Der Kanton Luzern möchte etwas dagegen unternehmen. Einen Tag vor dem Weltsuizidpräventionstag am 10. September führt er eine Sensibilisierungskampagne durch, die den Namen «Wie geht’s dir?» trägt.

Das Ziel: Junge Menschen sollen über ihr psychisches Befinden sprechen und falls nötig Hilfe suchen. Die Kampagne läuft auf TikTok und den Bildschirmen von Postautos und «Nachstern»-Bussen. Es handelt sich dabei um einen Clip, der Teil einer nationalen Kampagne ist.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen so motiviert werden, bei Bedarf fachliche Unterstützung zu suchen, etwa über die Beratung von «147.ch» der Stiftung Pro Juventute oder die Website www.wie-gehts-dir.ch. Neben Tipps zum Thema psychische Gesundheit finden sich dort regionale Anlauf- und Beratungsstellen.

Umfeld soll zuhören

«Je früher eine psychische Belastung erkannt wird, desto schneller kann der betroffenen Person geholfen werden», wird die Luzerner Gesundheits- und Sozialdirektorin Michaela Tschuor in der Mitteilung des Kantons zitiert. Miteinander zu sprechen, sei der erste Schritt zur Hilfe. «Dazu braucht es ein Umfeld, das zuhört, wenn sich jemand in einer schwierigen Lebenssituation befindet.»

Zum Thema Suizidgedanken melden sich schweizeit täglich 13 Jugendliche telefonisch oder via Website bei «147.ch». Im Jahr 2023 nutzten rund 15’600 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Kanton Luzern die Informationswebplattform der Pro Juventute. «Diese Zahlen zeigen einerseits, dass viele Jugendliche belastet sind. Sie zeigen aber auch, dass zahlreiche Jugendliche durchaus sensibilisiert sind und fachlichen Rat suchen», so Christa Schwab, Programmleiterin Psychische Gesundheit der kantonalen Dienststelle Gesundheit und Sport.

Hier gibt es Hilfe

Website www.wie-gehts-dir.ch. Neben Tipps zum Thema psychische Gesundheit finden sich dort regionale Anlauf- und Beratungsstellen.
Das Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143 oder www.143.ch ist rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da. Das Angebot dieser niederschwelligen Anlaufstelle für emotionale Erste Hilfe ist kostenlos und anonym. Es kann per Telefon, E-Mail oder Chat Hilfe gesucht werden – am einfachsten ist der Einstieg über www.143.ch.
Das Beratungstelefon der Luzerner Psychiatrie ist rund um die Uhr für Direktbetroffene von psychischen Erkrankungen sowie deren Angehörige unter 0900 85 65 65 erreichbar.
Bei der Suizid-Prävention des Kantons Zürich gibt es ganz konkrete Tipps, wie man das Thema Suizid ansprechen kann.
AuchPro Mente Sana bietet kostenlose Beratung für Betroffene, deren Angehörige und Nahestehende sowie weitere Bezugspersonen an.
Natürlich kann man sich auch vertrauensvoll an seine Hausärztin oder seinen Hausarzt wenden.
Hinterbliebene nach Suizid können sich an den Verein Refugium wenden: www.verein-refugium.ch

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