Es gibt wohl bessere Orte, um seinen Hund Gassi zu führen, als die Luzerner Altstadt. Die Häuser stehen dicht an dicht, es gibt kaum Grünflächen – und keinen einzigen Robidog-Sackspender. Wer mit seinem Vierbeiner in der Altstadt unterwegs ist und gerade kein Hundesäckli dabeihat, kommt im Falle eines Falles in eine sehr unangenehme Situation. Denn die nächsten Sackspender liegen alle ausserhalb der Altstadt - etwa beim Nölliturm oder am Schwanenplatz.
Dass ausgerechnet im meistfrequentierten Stadtteil keine Einrichtungen für Passantinnen und Passanten mit Hund vorhanden sind, erstaunt. Sind Ortsbildschutzbestimmungen und Denkmalschutz daran schuld? Oder liegt es an hundefeindlichen Quartierbewohnenden? Weder noch, erklärt Benedikt Bucher, Leiter Betrieb und Strassenunterhalt bei der Stadt Luzern. «Bislang haben wir einfach kein Bedürfnis festgestellt.»
Die anderen in der Stadt Luzern verteilten Spender, rund 250 sind es gemäss städtischen Daten, stünden «seit eh und je» an denselben Standorten; oftmals bei Hundefreilaufzonen und grösseren Grünflächen. «Da, wo sich viele Hunde und Hundehalter bewegen», erklärt Bucher. Und: «Die bestehenden Robidog-Spender in der Nähe der Altstadt decken den Bedarf unserer Meinung nach gut ab, zu Fuss ist der nächste jeweils innert weniger Minuten erreichbar.»
«Mit Hunden geht man eher in den Wald»
Bedenken, dass wegen fehlender Robidog-Beutel Hundekot liegen gelassen werde, gebe es nicht, so Bucher. «Die Hundehalter in der Stadt sind sehr ordentlich. Zudem sind unsere Mitarbeitenden täglich im Einsatz und lassen mit ihrer Arbeit die Altstadt glänzen.» Man erhalte denn auch nur sehr wenige Reklamationen bezüglich liegen gelassenem Hundekot.
Die Nachfrage nach den Sackspendern scheint auch bei Hundehalterinnen und Hundehaltern in der Altstadt nicht besonders gross zu sein: «Aus dem Quartier gab es bisher keine Rückmeldungen über fehlende Möglichkeiten», erklärt Marco Castellaneta, Präsident des Vereins. Man würde sich aber auch nicht gegen mehr Spender im Altstadtgebiet aussprechen, wenn ein Bedarf bestehe. Ähnlich sieht es die Stadt: «Wenn es gewünscht ist, lässt sich die Montage von ein oder zwei Sackspendern rasch realisieren», sagt Bucher. «Aber mit Hunden geht man sowieso eher in den Wald als in die Altstadt.»
Doppelt so viele Abfallkübel beim Bahnhof
Ein Blick auf die neue Online-Karte der Stadt Luzern (map.stadtluzern.ch/citymap) zeigt allerdings, dass in der Altstadt nicht nur Robidogs fehlen. Auch normale Abfallkübel sind eher dünn gesät für ein derart intensiv genutztes Quartier. So gibt es in allen Luzerner Altstadtgassen rund 25 Abfallkübel - während es allein im Bereich Bahnhofplatz/Inseli doppelt so viele sind.

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