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Obwalden

Wegen Corona: Sarner Lälli-Zunft wählt im Jubiläumsjahr keinen neuen Zunftmeister

Ohne öffentliche Fasnacht brauche es für die Lälli-Zunft keine Neuwahl des Zunftmeisters. Auch die anderen Obwaldner Zünfte entscheiden sich dagegen.
Wegen der Coronapandemie fallen die Festlichkeiten zum 100-Jahre-Jubiläum der Lälli-Zunft Sarnen grösstenteils ins Wasser. Das neue Logo - hier präsentiert von OK-Präsident Gery Häller - begleitet die Zunft trotzdem durchs Jubiläumsjahr 2020/2021. (Bild Robert Hess (Sarnen, 17. August 2020))
Der aktuelle Zunftmeister Stefan Krummenacher steht während der kommenden Fasnacht bei Bedarf weiterhin zur Verfügung. (Bild: Irene Infanger (Sarnen,
23. November 2019))

Florian Pfister

Florian Pfister

Bei den Fasnachtszünften in Obwalden stünden im nächsten Monat die Wahlen der Zunftmeister im Programm. Nun meldet die Lälli-Zunft aus Sarnen die Absage der Inthronisation in einem Brief an die Zunftfreunde. Wie für alle anderen Fasnachtsbegeisterten ist für sie die fast vollständige Fasnachtsabsage ein harter Schlag. Insbesondere, da sie ihr 100-Jahr-Jubiläum feiert.

«Das Fasnachtsherz blutet sehr», sagt Fabian Fanger, Obmann der Lälli-Zunft, auf Anfrage. Da im kommenden Jahr weder Umzüge noch Maskenbälle stattfinden werden, sei die Entscheidung die einzig richtige. «Wir können dem Zunftmeister keine würdige Plattform bieten. Eine Fasnacht ohne Umzüge mit Fasnachtswagen oder Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern, die sein Motto nicht leben können, macht überhaupt keinen Sinn», sagt Fabian Fanger.

«Wenn keine öffentliche Fasnacht stattfindet, braucht es daher auch keinen Zunftmeister. Er ist ja dafür da, die Lälli-Zunft zu repräsentieren.»

Aktueller Zunftmeister hilft aus

Es bestehe aufgrund der aktuellen Coronasituation keine Planungssicherheit und so könnten die Zünfte jederzeit gezwungen sein, eine Veranstaltung absagen zu müssen. Die Anforderungen an die Schutzkonzepte werden zudem immer höher und machen auch wenig Freude in der Umsetzung. «Deshalb lassen wir es lieber bleiben. Schliesslich sollen unsere Anlässe Freude und gute Laune verbreiten und nicht zur Belastung für alle werden», sagt Fabian Fanger.

Wo es möglich und sinnvoll sei, werde die Lälli-Zunft dennoch mindestens mit einer Delegation an den Anlässen teilnehmen. «Der aktuelle Zunftmeister Stefan I. hat sich bereit erklärt, uns bei Bedarf zur Verfügung zu stehen», so Fanger. «Ihm gehört ein herzliches Dankeschön.» Somit handle es sich bei der Lälli-Zunft um nichts anderes als eine Amtsverlängerung.

Der geplante neue Zunftmeister wird voraussichtlich ein Jahr verspätet an der Inthronisation im November 2021 sein Amt antreten.

Lälli-Zunft konzentriert sich auf interne Anlässe

Die Lälli-Zunft werde vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch auch kein Ornat tragen oder in offizieller Funktion unterwegs sein. «Wir sind der Meinung, dass wir von den Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern nicht Einsicht und Vernunft verlangen können, um selber unvernünftig zu erscheinen», so Fanger. Der Kinderumzug am Schmutzigen Donnerstag, die Dorffasnacht am Montag und der grosse Umzug am Fasnachtsdienstag finden bekanntlich nicht statt. «Wir müssen uns ganz klar auf die internen Anlässe konzentrieren», sagt Fabian Fanger. Und ergänzt:

«Wir hoffen, dass dieser Albtraum möglichst schnell vorbei sein wird.»

Trotz der Absage der öffentlichen Fasnacht sind einige geplante Projekte zum Jubiläumsjahr im Gange. So basteln Kinder der Schule Sarnen in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Lälli-Zunft Masken. Zudem wurden sowohl ein Zunftwein als auch ein Zunftwhisky lanciert. Am 21. November wäre eigentlich die Inthronisation vollzogen worden. Nun findet voraussichtlich eine kleine interne Vernissage zur Jubiläumsschrift statt. Fabian Fanger freut sich darauf:

«Das ganze Herzblut unserer Zunft ist in diesem Buch verewigt.»

Weitere Wahlen sind abgesagt

Auch die Tschyfärä Zunft Alpnach hat sich entschieden, keinen neuen Zunftmeister zu wählen. Die kommende Fasnacht findet ohne einen Zunftmeister statt. Anders wollte es die Fasnachtsgesellschaft Kerns (FSK) handhaben. Am Freitagnachmittag wurde aber auch dort entschieden, die Inthronisation infolge der aktuellen Situation abzusagen. Geplant gewesen wäre, den neuen Zunftmeister nicht nur für die kommende Fasnacht, sondern gleichzeitig für das Jahr 2022 zu wählen.

Die Nidwaldner Zünfte hatten bereits bekanntgegeben, dass für das Jahr 2021 keine neuen Fasnachtsherrscher gewählt werden. Die Amtsdauer der bisherigen Fasnachtsherrscher wird jeweils um ein Jahr verlängert.

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