Markus Zwyssig
Die Entwürfe für den Fahrplanwechsel im kommenden Dezember sind ab Mittwoch, 25. Mai, öffentlich einsehbar. Die grösste Änderung aus Urner Sicht betrifft die Halte der IC-Züge beim Kantonsbahnhof Altdorf. Nicht mehr die Intercity-Züge zwischen Zürich und Lugano halten in Uri, sondern neu die Züge der IC-Verbindungen zwischen Basel und Lugano.
Bis 2025 sollen IC-Züge aus Zug-Zürich wieder in Altdorf halten
Zwar sind es zahlenmässig statt wie bisher 18 nun deren 19 IC-Halte. Lieber hätte man aber weiterhin die Halte der Intercity-Züge von und nach Zürich. «Bei den Verbindungen nach Luzern sind wir mit dem Tellbus sehr gut bedient», sagt Thomas Aschwanden, Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr. Begründet wird der Wechsel bei den SBB mit dem ausgelasteten Bahnknoten Zürich sowie mit den geringeren Auswirkungen auf die Zugskapazitäten im Gotthard-Basis-Tunnel. «Dieser ist in erster Linie für den Güterverkehr gebaut worden», gibt Thomas Aschwanden zu bedenken. «Durch die Halte der IC-Züge zwischen Zürich und Lugano in Altdorf wird die Güterverkehrskapazität eingeschränkt.» Diese muss durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) genehmigt werden.
Thomas Aschwanden weist darauf hin, dass die Regierung und die Verantwortlichen für den öffentlichen Verkehr in Uri mit dem BAV und den SBB im engen Austausch stehen. «Wir setzen uns klar dafür ein, die Halte der IC-Züge von und nach Zürich zurückzugewinnen», versichert er. Das Ziel: «Bis 2025 sollen die Intercity-Züge der Achse Zug-Zürich wieder in Altdorf halten, damit die für Uri wichtigen direkten Pendlerverbindungen nach Norden wie auch nach Süden wieder zur Verfügung stehen.»
Parlamentarische Empfehlung unterstreicht Pendler-Bedürfnisse
Ein Vorstoss im Landrat stösst daher bei den verantwortlichen Stellen in Uri auf offene Ohren. Landrat Andreas Gisler (CVP/Mitte, Seedorf) hat eine parlamentarische Empfehlung eingereicht. Er beantragt beim Regierungsrat, mit den SBB eine Lösung für mindestens zwei IC-Halte Richtung Zürich am Morgen und am Abend zu finden. Dies, damit Pendlern, Schülern und Studierenden mindestens zwei schnelle Direktverbindungen während der Hauptpendlerzeiten zur Verfügung stehen.
Im Fahrplanentwurf, der nun öffentlich aufgelegt wird, kann dies aber noch nicht angeboten werden. Die Halte der IC-Züge verschieben sich aufgrund des Wechsels der Verbindungen – zwischen Zürich und Lugano zu denen zwischen Basel und Lugano – ab Dezember um jeweils eine Stunde. Nebst den Verbindungen ins Tessin gibt es neu zwei Züge, die bis nach Mailand fahren und umgekehrt mit Halt in Altdorf. «Die Direktverbindungen nach Mailand entsprechen aber noch nicht den gewünschten Hauptreisezeiten», so Thomas Aschwanden.
Isental, Schächental und Bristen: Busangebot soll verbessert werden
Für den öffentlichen Verkehr ins Isental, ins Schächental und nach Bristen zeichnet neu die Auto AG und nicht mehr wie bisher Postauto Zentralschweiz verantwortlich. «Diesbezüglich versuchen wir, mit Produktivitätssteigerungen und Effizienzgewinnen zusätzliche Verbindungen anzubieten», so Thomas Aschwanden.
Die Fahrplanentwürfe der Bahnen, Autobusse und Seilbahnen des öffentlichen Verkehrs im Kanton Uri liegen ab dem 25. Mai 2022 bis zum 10. Juni 2022 bei allen Gemeinden öffentlich auf und können dort eingesehen werden. Die Fahrpläne werden zudem über die Internetadresse www.fahrplanentwurf.ch ab dem 25. Mai 2022 publiziert.
Zu den beteiligten Transportunternehmungen gehören SBB, Matterhorn Gotthard Bahn (MGB), Auto AG Uri (AAGU), Postauto Zentralschweiz, Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV), Treib Seelisberg Bahn (TSB) und Luftseilbahn Schattdorf Haldi (LSH). Eingaben zum Fahrplan 2023 sind schriftlich und begründet bis spätestens 10. Juni 2022 an die betreffende Gemeinde einzureichen.

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