112 Jahre ist sie alt, die Pauluskirche im Obergrundquartier in Luzern. Dass nach mehreren Jahrzehnten das eine oder andere System unzuverlässig wird, liegt nahe – und fällt den meisten Bewohnenden des Quartiers wohl nicht weiter auf. Die neueste Störung macht sich nun aber lautstark bemerkbar: Die Glocken der Kirche läuten «aus dem Takt».
Normalerweise sind die fünf mehrere hundert Kilo schweren Glocken vier Mal pro Stunde zu hören. Um Viertel nach erklingt ein Ton, pro Viertelstunde kommt ein Glockenschlag hinzu. Zur vollen Stunde läutet es länger. Eigentlich. Denn seit Dienstag kommt das «grosse Geläut» zum falschen Zeitpunkt. Und verursacht teilweise Stress: «Als es läutete, dachte ich, dass ich zu spät zur Arbeit kommen werde», erzählt ein Leser, der in der Nähe der Kirche wohnt. «Dabei war es erst Viertel vor.»
Glocken im August gestört
Nicht nur ihm fiel die Störung auf: «Wir haben sehr aufmerksame Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier, die sich bei uns melden», sagt Claudia Corbino, Mitarbeiterin der Pfarrei St. Paul. Tatsächlich laufe die Uhr der Kirche korrekt – es liege ein technisches Problem beim Glockensystem vor. Die Glocken hätten unabhängig von der korrekten Uhrzeit immer wieder zur vollen Stunde geläutet. Um keine Verwirrung zu stiften, habe man das Geläut nun vorübergehend ausgestellt.
Die dafür zuständigen Techniker seien informiert und würden das Problem «so bald wie möglich» beheben, so Corbino. Denn: «Solche Anlagen sind technisch sehr komplex. Ältere Einrichtungen müssen mit der modernen Technik in Einklang gebracht werden, dies ist für die Spezialisten manchmal eine grosse Herausforderung.» Die Pfarrei tue ihr Möglichstes, um die Störung bald beheben zu können und danke im Voraus für das Verständnis der Bevölkerung.
Bereits vor rund zwei Monaten waren die Glocken des Kirchturms aus dem Takt geraten. Ob die neue Störung damit zusammenhänge, könne man noch nicht sagen, so Claudia Corbino. Über alle Luzerner Kirchen gesehen seien Probleme im Glockensystem aber nicht häufig.

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