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Obwalden

Waldwoche bei der Spielgruppe Zwergenkreis in Giswil: Kinder schaukeln auf Ästen und sitzen auf dem Waldsofa

Endlich Ferien! Statt ihre Freizeit in der Badi zu geniessen, helfen acht Jugendliche in der Waldwoche der Spielgruppe Zwergenkreis in Giswil.

Die bunte Truppe aus Minileitern kommt mit grossem Hallo zum Treffpunkt. Einer von ihnen schwenkt fröhlich die Fahne mit den Handabdrücken aller Kinder. Es ist Waldwoche der Giswiler Spielgruppe Zwergenkreis. Die findet bereits seit Jahren regelmässig in der ersten Sommerferienwoche statt. Als Helfer sind acht Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren mit dabei.

Matteo Kaiser (12 Jahre) und Elias Berwert (13 Jahre) gehören zu ihnen. Statt sich mit Kollegen zu treffen oder in die Badi zu gehen, haben sie sich bewusst dafür entschieden, Kinder an der Waldwoche zu betreuen, und das nicht zum ersten Mal. Die Familie von Elias musste sogar die Ferien nach diesem Termin richten. Beide Buben kennen den Umgang mit kleineren Kindern durch ihre Cousinen und Cousins aus der weitläufigeren Familie.

Sie bauen ein Waldsofa, hämmern oder sägen

«Es ist einfach lustig mit den Kindern hier in der Waldwoche», findet Elias. Matteo stimmt ihm zu: «Es ist schön, wenn die Kinder zufrieden sind.» Beide haben ihre Erfahrungen: «Du musst ihnen nicht einfach sagen, was du willst, sondern abstimmen», weiss Elias. «Sie wollen selber etwas machen», ist Matteo überzeugt. «Ein Waldsofa haben wir bereits mit ihnen gebaut, am liebsten spielen sie aber ‹Fangis›, hämmern oder sägen Holz.»

An die 30 Kinder im Alter von vier bis neun Jahren kommen tagtäglich morgens um 9.30 Uhr zum Treffpunkt am Lauidamm. Dort werden sie von den Spielgruppenleiterinnen Nicole Kiser und Sandra Enz und den Minileitern in Empfang genommen. Leila Mrak verabschiedet sich von ihrer fünfjährigen Tochter. «Es ist eine gute Sache in den Ferien, dass sie draussen sind und den Wald entdecken», betont sie. Wenn sie Amelie am Spätnachmittag abhole, sei diese «happy». Es gefalle ihr einfach, das Baden in der Laui am vorherigen Tag habe ihr so Freude gemacht und das Essen finde sie auch superfein.

Kaum am Waldspielgruppen-Platz angekommen, verteilen sich die Kinder auf ihre Gruppen Muggä, Zächä oder Wölfli. Jeweils eine Gruppe darf Speckstein Schnitzen. Schon hat sich Mike einen Anhänger gebastelt. Minileiter Elias und Nora helfen ihm dabei, ein Band zu knoten, das sich verstellen lässt.

Auf Ästen und Seilen zwischen den Bäumen schaukeln

Unter der grossen Blache schneiden die Spielgruppenleiterinnen derweil Früchte in mundgerechte Happen als Znüni. Beatrice Kaiser, sonst im Verein für Korrespondenz und Website zuständig, hilft die ganze Woche tatkräftig mit. «Ich habe einfach Freude, wenn die 30 am Tisch hocken oder ums Feuer sitzen», sagt sie.

«Die Kinder können sich mit Fantasie beschäftigen, sie brauchen wenig», lobt Nicole Kiser. Seile an einen Baum gebunden mit einem Ast als Sitzbrett ergeben eine Schaukel. Mit Seilen kann man auch prima die Leiter fesseln, diese lassen das geduldig über sich ergehen. Intensiv sei die Woche, findet die Spielgruppenleiterin und bedauert gleichzeitig, dass sie schon fast vorbei ist.

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