Obwalden

Wärmeverbund heizt auch «am Schärme» in Sarnen ein

Die Residenz am Schärme findet Anschluss an den Wärmeverbund Sarnen. Dieser freut sich über diesen wichtigen Kunden – aus verschiedenen Gründen.
Vertragsunterzeichnung für den Anschluss des Alterszentrums am Schärme an den Wärmeverbund Sarnen: Patrick Imfeld, Peter Seiler, Hanspeter Kiser, Roman Wüst (von links). (Bild: Dominik Wunderli, Sarnen, 19. Juni 2019)

Matthias Piazza

Der neue Wärmeverbund Sarnen ist einen entscheidenden Schritt weiter. Was schon Ende 2015 zuvor mit einer Absichtserklärung angekündigt worden war, wurde am Mittwoch mit der Vertragsunterzeichnung offiziell besiegelt. Ab 1. Oktober dieses Jahres liefert das Holzheizkraftwerk des Wärmeverbunds Sarnen, das dann voraussichtlich in Betrieb geht, auch dem Alterszentrum Residenz am Schärme Wärme. Zu den rund 60 weiteren Abnehmern gehören auch die kantonale Verwaltung und das Kantonsspital.

Öl gehört dann fast gänzlich der Vergangenheit an. Das Holzheizkraftwerk verfeuert Schnitzel aus Obwaldner Holz. «Wir haben uns Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben, dazu gehört auch eine umweltfreundliche Energie», begründet Roman Wüst, Direktor der Residenz, diesen Schritt. Dank des Verbundes spart der Betrieb so jährlich zwischen 120'000 und 140'000 Liter Heizöl ein.

Der ökologische Vorteil liegt für Peter Seiler, Baukommissionspräsident der von der Korporation Freiteil, Kanton und Gemeinde getragenen Firma, der Holz-Fernwärme Sarnen AG, auf der Hand. «Das Holz wächst nach, der Betrieb der Holzschnitzelheizung ist darum CO2-neutral.»

Erst vor vier Jahren ersetzte die Residenz die Ölheizung, die nach 28 Jahren das Ende der Lebensdauer erreicht hatte. Der entsprechende Heizkessel wird ab Herbst aber nicht überflüssig. Er würde einspringen, sollte es ein Problem mit dem Wärmeverbund geben. «Diese Redundanzlösung ist wichtig, ich kann den Bewohnern nicht einfach warme Pullover verteilen», hält Roman Wüst fest.

Dass nun auch der «Schärme» mit im Boot ist, freut Peter Seiler nicht nur, weil das Alterszentrum als Grosskunde rund 10 Prozent der produzierten Wärme des neuen Sarner Heizverbundes beziehen wird. «Die Residenz ist für uns ein interessanter Abnehmer, der uns im Sommer eine Grundauslastung garantiert, dank des grossen Verbrauchs von warmem Wasser.»

Mehr Ökologie, aber höhere Heizkosten

Den Schritt hin zu mehr Ökologie lässt sich das Alterszentrum mit 140 Betten und 22 Appartements auch etwas kosten. Direktor Roman Wüst spricht von rund 20 Prozent oder 20'000 Franken höheren Heizkosten pro Jahr. Trotzdem gebe es auch finanzielle Vorteile. So sei man beim Wärmeverbund nicht den starken Preisschwankungen wie beim Heizöl ausgesetzt.

Mit dem Anschluss an den Heizverbund braucht es keine eigene Heizzentrale, die wegen des Neubaus Schmetterling nötig geworden wäre, mit dessen Bau im Spätherbst begonnen werden soll. Der Neubau mit 102 Pflegeplätzen und 17 Appartements wird im Jahr 2022 eröffnet. Rund 65 Millionen Franken investiert die Stiftung Zukunft Alter – Wohnen und Betreuung gesamthaft in den Neubau sowie in die Umbauten und Erneuerungen der vierzigjährigen Liegenschaft.

Was hat dies für einen Einfluss auf die Tarife für die Bewohner? Stiftungspräsident Hanspeter Kiser beruhigt. «80 Prozent unserer Gesamtkosten betreffen das Personal. Wir werden also die Tarife im normalen Obwaldner Rahmen halten können.»

Am 16. und 18. August feiert die Residenz am Schärme ihr 40-Jahr-Jubiläum mit der Bevölkerung.

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