Vor knapp drei Jahren haben die Gemeinde Baar und die WWZ angekündigt, das Potenzial für einen flächendeckenden, gemeindeweiten Wärmeverbund zu prüfen. Jetzt ist klar: Baar rückt von der Idee eines flächendeckenden Wärmeverbunds ab, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Die Prüfung habe ergeben, dass ein gemeindeweites System technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll realisierbar sei. Entscheidender Grund: die zu geringe Energiedichte. Heisst, Gebäude mit hohem Wärmebedarf liegen vielerorts zu weit auseinander, die Leitungswege wären entsprechend lang und die Investitionskosten hoch.
Hinzu kommt, so heisst es weiter, dass zahlreiche grössere Liegenschaften bereits über eigene Lösungen mit Grundwasser und Wärmepumpen verfügen. Das schmälere das Interesse an einem Anschluss zusätzlich. Auch die lokal verfügbaren erneuerbaren Ressourcen seien begrenzt. Holz stehe nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Zwar wäre Tiefengrundwasser grundsätzlich nutzbar, doch ein flächendeckender Ausbau wäre mit so hohen Investitionen verbunden, dass die Wärmepreise kaum konkurrenzfähig wären.
Kleinere Verbunde sind möglich
Ganz vom Tisch ist das Thema jedoch nicht, wie Baar weiter informiert. Die Analysen zeigen, dass kleinere, klar abgegrenzte Wärmeverbunde auf Basis von Tiefengrundwasser wirtschaftlich tragfähig sein könnten. Vertieft geprüft werden demnach nun die Gebiete Unterfeld und Baarermatt. Dort seien die Voraussetzungen günstiger: eine höhere Energiedichte, die Nähe zu bestehenden Energiezentralen sowie mehrere grössere öffentliche und private Liegenschaften.
Gemeinde und WWZ wollen in Abstimmung mit dem Kanton und Fachstellen die Rahmenbedingungen klären und Vorprojekte ausarbeiten. Ziel sei es, für Eigentümerinnen und Eigentümer Planungssicherheit zu schaffen. Ob und in welcher Form solche kleinräumigen Verbunde tatsächlich umgesetzt werden, ist offen. Die weiteren Abklärungen gelten als komplex und werden Zeit in Anspruch nehmen. (fae)

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