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50 Jahre Grabaltar in Sachseln

Vom barocken Gerippe zur modernen Silberfigur

Ein gut besuchter Vortrag widmete sich der eindrücklichen Geschichte des Grabaltars in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln, einem bedeutenden Werk der sakralen Kunst des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Referent Urs-Beat Frei erwies sich dabei als äusserst sachverständiger Kenner der Thematik und führte das Publikum kenntnisreich durch die verschiedenen Etappen der Entwicklung.

Referent Urs-Beat Frei vor dem Grabaltar und einer Projektion des Zustands von 1934.
Bild: zvg

Im Zentrum stand die silbervergoldete Liegefigur von Bruder Klaus, die als Sarkophag seine Gebeine birgt. Geschaffen wurde sie 1934 vom aus Giswil stammenden Goldschmied Meinrad Burch-Korrodi: Das lebensgrosse Silberreliquiar darf als eines seiner Hauptwerke bezeichnet werden. Der Vortrag zeichnete den Weg von der barock inszenierten Darstellung des Heiligen als Gerippe im Jahr 1732 über die umfassende Neugestaltung von 1934 bis hin zur heutigen Form des Grabaltars nach, die im Zuge der Liturgiereform 1976 geschaffen wurde.

Kunst im Kontext zur jeweiligen Epoche

Anschaulich wurde aufgezeigt, wie sich im Laufe der Zeit nicht nur die künstlerische Gestaltung, sondern auch die theologischen und ästhetischen Vorstellungen grundlegend gewandelt haben. Die Entwicklung des Grabaltars machte deutlich, dass Kunst stets im Kontext ihrer jeweiligen Epoche betrachtet werden muss.

Visuell bereichert wurde der Vortrag durch eindrückliches historisches Bildmaterial, das die Veränderungen der Grabanlage lebendig nachvollziehbar machte und den Ausführungen zusätzliche Tiefe verlieh.

Der Anlass, organisiert vom Förderverein Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss, bot dem Publikum einen ebenso informativen wie eindrucksvollen Einblick in ein aussergewöhnliches Kapitel der Schweizer Kunst- und Kulturgeschichte. (zvg)

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