120 Jahre ist es her, seit in der Viscosistadt in Emmenbrücke die ersten Viscose-Filamentgarne produziert wurden. Die damalige Sociéte de la Viscose Suisse wurde 1906 gegründet und nahm noch im selben Jahr den Betrieb auf. Kunstseide wird dort schon lange nicht mehr produziert, aber noch heute nennt man das grosse an der Emme gelegene Areal Viscosistadt.
Wie einem aktuellen Baugesuch in Emmen zu vernehmen ist, will die Viscosistadt AG die Geschichte des Areals mit einem riesigen Wandbild würdigen. So ist an der Südfassade des grossen Gebäudes an der Gerliswilstrasse 17, in dem die IG Arbeit eine Kantine führt, ein Wandbild des bekannten Luzerner Streetart-Duos Queenkong geplant.
Nach dem Umzug des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) in die neuen Räumlichkeiten auf das Areal Eichhof West soll das neunstöckige Gebäude nun ertüchtigt werden: So werden unter anderem Stahlbetonwände verstärkt, um die Erdbebensicherheit des Gebäudes zu erhöhen. Damit werde zur Bewahrung des als erhaltenswert eingestuften Gebäudes beigetragen, wie es heisst.
Auf dem Wandbild werden Hände zu sehen sein, die mit Fäden verbunden sind – passend zur Geschichte des Areals. In den Baugesuchsunterlagen wird das geplante Werk inhaltlich folgendermassen beschrieben: «Der Faden, welcher von Hand zu Hand geht, wurde einst hier im Areal gewonnen/produziert. Nun findet er neue Bedeutung. Er verbindet Zeiten, Orte und Visionen – ein Symbol für die Kraft der Erinnerung und die Offenheit für das Kommende.»
Beim Gebäude handelt es sich um ein «ausgezeichnetes und für die Region Luzern seltenes Beispiel für den funktionalen Stil der Internationalen Moderne der 1960er-Jahre», wie es im kantonalen Bauinventar heisst. Daher sei auch die Denkmalpflege des Kantons Luzern in die Projektentwicklung einbezogen worden: Das Wandbild soll daher «technisch reversibel» ausgeführt werden. Ein Überstreichen des Bildes soll möglich sein.
Die Fassade des Gebäudes diente schon früher als Untergrund: «Bereits in der Vergangenheit waren weniger dekorative Megaposter als Reklame an dieser Südfassade bewilligt», heisst es in den Unterlagen.
Insgesamt sollen die Kosten für die Bauarbeiten rund 975'000 Franken betragen. Gemäss Baugesuch sollen die Bauarbeiten voraussichtlich gegen Ende Jahr beendet sein. (gwa)




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