Am Mittwoch, 8. Juli 2026, wird um 20.15 Uhr die Sonderausgabe der TV-Sendung «Aktenzeichen XY … ungelöst» ausgestrahlt. Die 90-minütige Sendung widmet sich Vermisstenfällen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei wird auch der Vermisstenfall der Luzernerin Alishia «Luca» Bucher thematisiert, die seit dem 22. April 2021 vermisst wird (siehe Zeugenaufruf vom 22. April 2026). Die bisherigen Ermittlungen haben zu keinem Erfolg geführt.
Alishia «Luca» Bucher wird seit dem 22. April 2021 vermisst. Fünf Jahre später haben die Untersuchungsbehörden die Suche erneut lanciert und eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Hat man anhand des Zeugenaufrufs neue Erkenntnisse gewonnen?
Jürg Wobmann: Es gab Hinweise, die wir sehr sorgfältig überprüft haben. Die Hinweise liefen jedoch ins Leere, respektive sie führten nicht dazu, dass wir Alishia Bucher bis heute auffinden konnten oder wissen, wo ihr Aufenthaltsort ist.
Die Sonderausgabe der TV-Sendung «Aktenzeichen XY … ungelöst» hat den Fall aufgenommen. Wie ist die Zusammenarbeit zustande gekommen?
«Aktenzeichen XY» hat uns angefragt, ob sie den Fall aufnehmen dürfen. Sie haben davon aus den Medien erfahren. Zudem suchten sie nach einem interessanten Thema aus der Schweiz, welches in dieser internationalen Sendung aufgenommen werden kann. So sind sie letzte Woche auf uns zugekommen, um diesen Fall gemeinsam aufzuarbeiten.
Wie ist das Vorgehen, was erwartet die Fernsehzuschauer?
Der Fall wird nicht mit einem Filmbeitrag ausgestrahlt. Es wird ein Live-Interview in München mit mir ausgestrahlt. Wir haben die Vorgehensweise sorgfältig geprüft, auch in Absprache mit den Angehörigen der Vermissten. Die Familie ist, wie wir, der Ansicht, dass man diese Chance nutzen sollte.
Gibt es bestimmte Personengruppen, die sie erreichen können, oder gibt es Aussicht auf neue Hinweise, die Sie sich von der Zusammenarbeit mit der Sendung besonders erhoffen?
Dadurch erreichen wir wohl tatsächlich auch geografisch ein grösseres Publikum, an das wir mit den bisherigen Zeugenaufrufen vielleicht nicht herangekommen sind.
Gehen die Ermittlungsbehörden derzeit von einem Verbrechen aus, oder werden nach wie vor alle Szenarien – von einem freiwilligen Verschwinden bis zu einem Gewaltverbrechen – gleichermassen geprüft?
Wie bis jetzt stets kommuniziert, gehen wir sehr breit vor. Einerseits ermitteln wir als Vermisstenfall, andererseits müssen wir davon ausgehen, dass ein Verbrechen nicht ausgeschlossen werden kann. Wir sind froh um jeden Hinweis, der uns, egal in welcher Richtung, eine Hilfestellung gibt. Es gilt herauszufinden, wo Alishia Buchers Aufenthaltsort ist.
Gibt es im Fall Alishia Bucher Parallelen zu ähnlich ungeklärten Fällen oder warum steckt man derart viel Energie in die Lösung?
Der Fall beschäftigt uns immer noch, weil er schlicht sehr speziell ist. Dass eine Person einfach so verschwindet und es überhaupt keine Lebenszeichen gibt und auch keine Hinweise, wo sie sich befindet, ist sehr aussergewöhnlich. Wir haben von Anfang an extrem viele Massnahmen getroffen. Es waren verschiedene Suchtrupps unterwegs. Es wurden speziell ausgebildete Hunde eingesetzt und man hat auch alle erdenklichen Ermittlungstechniken eingesetzt, um Alishia Bucher zu finden. Wir setzen auch Jahre nach dem Verschwinden alles daran, den Fall zu lösen, auch um die Familie zu entlasten und endlich Gewissheit zu erlangen, was eigentlich los ist.



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