Uri

Verkehrsgebühren: In Uri sind sie günstiger als in den meisten anderen Kantonen

Beim Amt für Strassen- und Schiffsverkehr freut man sich über das gute Abschneiden. Der Kanton Uri hat mit 18 Mitarbeitenden eines der kleinsten Strassenverkehrsämter der Schweiz.
Robert Epp kontrolliert die Bremsen eines Fahrzeugs. (Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 26. August 2022))
Toni Epp, Vorsteher des Urner Amts für Strassen- und Schiffsverkehr. (Bild: Archiv Urner Zeitung)

Markus Zwyssig

Markus Zwyssig

Das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr in Uri hält sich mit seinen Gebühren ans Kostendeckungsprinzip. Andere Kantone in der Schweiz verrechnen deutlich höhere Gebühren. Das geht aus der neusten Untersuchung des Preisüberwachers hervor. Uri erhält gute Noten und gehört zu den günstigsten Kantonen der Schweiz, was die Gebühren betrifft.

«Effizient und günstig. Tiefes Gebührenniveau. Halten das Kostendeckungsprinzip ein» – dieses Prädikat verleiht der nationale Preisüberwacher dem Strassenverkehrsamt Uri, ebenso Ob- und Nidwalden, Zug und Fribourg. Sie alle liegen damit im grünen Bereich. Der Preisüberwacher hat in drei Studien im Abstand von jeweils vier Jahren die Gebühren der Strassenverkehrsämter untersucht.

Umfassend erhoben wurden dabei die Verwaltungskosten für die Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter in der Schweiz. Berücksichtigt werden in der Studie nicht nur der aktuelle Stand der erhobenen Tarife, sondern auch die Beträge in verschiedenen «Lebensdauermodellen». Dabei werden die gesamten Gebühren, die Fahrzeughalterinnen oder Fahrzeughaltern während ihres Lebens vom jeweiligen Strassenverkehrsamt verrechnet werden, berücksichtigt. Mit diesem Vorgehen lässt sich das relative Gebührenniveau eines Kantons bestimmen.

Gebühren sind tiefer als Kosten für die Aufgaben

Der Kanton Uri schneidet laut der Studie des Preisüberwachers sehr gut ab. 2019 bedeutete das, dass im Durchschnitt pro zugelassenes Fahrzeug die Gebühren um 12 Franken unterschritten wurden. Während Nid- und Obwalden ebenfalls sehr gut abschneiden, hat Luzern dagegen einen Überschuss von 17 Franken. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei einem Überschuss von 23 Franken. Die «unrühmlichen Spitzenreiter», wie sie der Preisüberwacher bezeichnet, sind Appenzell Innerrhoden mit 90 Franken Gebührenüberschuss, das Tessin mit 52 Franken und Genf mit 45 Franken Überschuss pro Fahrzeug. In diesen Kantonen mussten also deutlich mehr Gebühren bezahlt werden, als Kosten für diese Aufgaben ausgewiesen wurden.

Toni Epp, Vorsteher des Amts für Strassen- und Schiffsverkehr, freut sich über das Urner Resultat der Auswertungen durch den Bund. «Es ist sehr positiv, dass die Bilanz für Uri im Vergleich mit den anderen Kantonen derart gut ausgefallen ist.» Mit 18 Mitarbeitenden hat Uri eines der kleinsten Strassenverkehrsämter der Schweiz. «Der Aufgabenbereich ist aber ebenso breit wie in anderen Kantonen.»

Ein Vorteil seien die schlanken Strukturen, die das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr in Uri habe. «Unsere administrativen Aufwendungen sind optimiert und mehrheitlich digitalisiert», so Toni Epp. Man sei flexibel und versuche immer, möglichst schnell eine Lösung zu finden. «Wir sind bestrebt, dass die anfallenden Prüfungen effizient ablaufen. Wir achten darauf, dass Prüfungstermine wahrgenommen werden und es zu möglichst wenigen Ausfällen kommt.» In dieser Hinsicht lobt er auch die Urnerinnen und Urner, sie seien pflichtbewusst.

«Die Gebühren, die wir unseren Kundinnen und Kunden verrechnen, sollen attraktiv und fair sein.» Man wolle aber auch gegenüber dem Auftraggeber, dem Kanton, die Vorgaben erfüllen und einen relativ hohen Eigenfinanzierungsgrad erreichen. «Die entstehenden Kosten werden somit zu einem hohen Grad auch gedeckt.»

Kontrollen sind zum Teil sehr aufwendig

Die Gebühren sind in Uri über die vergangenen Jahre konstant geblieben, sagt Toni Epp. «Wir wollen diese auch in Zukunft nicht künstlich erhöhen.» Dabei sind die Kontrollen in einem Bergkanton wie Uri zum Teil sehr aufwendig. Der Kanton ist weit verzweigt. Und nicht alles kann am Standort des Amts für Strassen- und Schiffsverkehr kontrolliert werden. So werden die Schiffe an mehreren Standorten beim Seeufer in Sisikon, Flüelen oder beim Bolzbach in Seedorf geprüft. Für landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Pistenfahrzeuge auf dem Urnerboden, in Realp oder im Isental sind die Verkehrsexperten mit dem Betriebsfahrzeug des Kantons oder auf Alpen gar mit dem Rucksack und der Seilbahn unterwegs.

«In den teuren Kantonen mit Kostenüberdeckung sind Gebührensenkungen angesichts der allgemeinen Teuerung spätestens jetzt zu prüfen», lautet das Verdikt des Preisüberwachers. Für das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri gilt das nicht. Hier kann die bisherige Praxis also weitergeführt werden.

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