
Das Urserntal wächst. Tourismus und Wirtschaft haben sich in den vergangenen zehn Jahren entwickelt. «Dieses Wachstum bringt der Region viele Chancen, stellt die drei Gemeinden aber auch vor identische Herausforderungen», heisst es in der gemeinsamen Mitteilung der Gemeinden Realp, Hospental und Andermatt. So werde der Wohnraum knapp, während gleichzeitig die Anforderungen an die Infrastruktur und die Dienstleistungen steigen. Hinzu komme, dass der Gesetzgeber den Gemeindeverwaltungen immer komplexere administrative Aufgaben abverlangt. Für die ehrenamtlichen Gemeindepräsidenten und Exekutivmitglieder im Milizsystem bedeute das einen enormen Zeitaufwand, der kaum noch zu bewältigen sei.
Verwaltung stärken, Ausfälle abfedern
«Die Gemeinderäte haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der langfristigen Entwicklung befasst und erwarten von einer Fusion deutliche Vorteile», heisst es weiter. Eine gemeinsame, professionellere Verwaltung könnte effizienter arbeiten. Die Bürger würden von einer besseren Erreichbarkeit profitieren. Zudem liessen sich Engpässe durch Ferien, Abwesenheiten oder Krankheitsfälle durch mehr Personal leichter überbrücken. «Nicht zuletzt stehen in den kommenden Jahren im Tal bedeutende Investitionen an, die man gemeinsam frühzeitig und kostensparender planen könnte.»
Die Gemeinderäte betonen gemäss der Mitteilung, dass der Zeitpunkt für eine Prüfung ideal sei: Es gehe allen Gemeinden gut und sie besässen einen grossen Gestaltungsspielraum. Wer frühzeitig plant, könne auf Augenhöhe verhandeln und eine Fusion aus einem finanziellen Zwang heraus vermeiden. «Die Gemeinderäte von Andermatt, Hospental und Realp sind überzeugt, dass die offene Auseinandersetzung mit einer gemeinsamen Zukunft jetzt sinnvoll und verantwortungsvoll ist.»
Informationsveranstaltung mit Experten
Um aufzuzeigen, wie ein solcher Prozess abläuft, haben die Gemeinden den Berater Patrick Deicher von der BDO AG eingeladen. Er ist Spezialist für Gemeindefusionen und hat bereits zehn solcher Projekte in fünf Kantonen geleitet. Da den Gemeinderäten auch Berichte aus der Praxis wichtig sind, kommen zudem zwei Gäste aus dem Kanton Uri an der Informationsveranstaltung zu Wort, namentlich Toni Stadelmann, Gemeindepräsident von Seedorf, und Andreas Gisler, ehemaliger Gemeindepräsident von Bauen. Sie berichten von ihren direkten Erfahrungen, da ihre beiden Gemeinden den Zusammenschluss per 1. Januar 2021 bereits erfolgreich vollzogen haben.
Im Anschluss an die Referate haben die Bürgerinnen und Bürger in einer offenen Fragerunde das Wort.
Die Informationsabende finden jeweils um 19 Uhr statt: Dienstag, 10. März: Gemeindehaus Realp; Mittwoch, 11. März: Mehrzweckgebäude Hospental und am Donnerstag, 12. März: Bodenschulhaus Andermatt. (rwi)


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