Die Anforderungen an Unternehmen verändern sich: Regulatorische Vorgaben richten sich nach dem Netto-Null-Ziel 2050 aus. Der Finanzbereich sowie Grosskunden verfolgen eigene Klimaziele, was langfristig den Nachweis über Nachhaltigkeitsbemühungen seitens der KMU als deren Zulieferer bedingt. Gleichzeitig erwarten Kundinnen und Kunden sowie Arbeitnehmende ein verantwortungsbewusstes Unternehmertum.

Wie Urner KMU diese Entwicklungen effizient angehen können, stand im Zentrum des KMU-Booster-Events, der am vergangenen Mittwoch im Innovations-Biotop Altdorf stattfand. Lorie Biderbost und Luca Dittli von der Urner Strategieberatungsfirma Sustainer führten durch den Abend. Die engagierten Fragen und der anschliessende rege Austausch zeigten, dass das Thema beschäftigt.
Nachhaltigkeit in der Lieferkette gewinnt an Bedeutung
Wie diese Dynamiken in der Praxis wirken, zeigte Fabio Gerig, Standortleiter der Merck & Cie KmG, Altdorf. Er gab exklusive Einblicke in die Produktpalette des Standorts sowie in die Nachhaltigkeitsstrategie der Merck-Gruppe. Dabei wurde deutlich: Das konzernweite Ziel, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, umfasst nicht nur die eigenen Standorte, sondern die gesamte Lieferkette.
Dass Nachhaltigkeit gleichzeitig wirtschaftliches Potenzial birgt, zeigte Dr. Simon Büchele (Chemieingenieur bei Merck Altdorf) an einem konkreten Praxisbeispiel: Die betriebseigene Abwasserbehandlung amortisierte sich in unter drei Jahren und senkt seither gleichzeitig Emissionen und Betriebskosten.
Der KMU-Booster schafft Orientierung
Das Programm KMU-Booster unterstützt Urner KMU dabei, diese komplexen Entwicklungen rund um Netto-Null und Nachhaltigkeit bedarfsorientiert und effizient in wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungsgrundlagen zu übersetzen. Dank einer breiten Anschubfinanzierung ist die Teilnahme für Urner Betriebe mit bis zu 500 Mitarbeitenden kostenlos.

Das Programm wurde durch Sustainer initiiert und wird durch eine breite Projektträgerschaft aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kanton gestützt. Lorie Biderbost erklärte den einfachen Ablauf: «Der Einstieg erfolgt mit einer rund zehnminütigen digitalen Standortbestimmung.» Darauf aufbauend folgt ein persönliches Expertengespräch, in dem erste strategische Handlungsfelder identifiziert werden. Für ausgewählte Unternehmen besteht zudem die Möglichkeit einer vertieften Begleitung. Ergänzt wird das Angebot durch Erfahrungsaustausch, Informationen zu aktuellen Regulierungen und Fördermöglichkeiten sowie Fachveranstaltungen. (zvg)
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