Rund 90 Gäste und Älpler versammelten sich am Mittwoch, 1. April, im Schützenhaus in Altdorf zur Urner Alpfachtagung. Präsident Remo Aschwanden begrüsste die Anwesenden und führte durch das Programm, wie aus einem Bericht der Alpkommission Uri hervorgeht.
Im Rückblick hob Edith Gisler den Alpkäsewettbewerb hervor, der mit 33 Teilnehmenden einen Rekord verzeichnete. Gemeinsam mit dem Alpkäsemarkt in Seedorf dient er dazu, den Urner Alpkäse als regionales Naturprodukt zu stärken und bekannter zu machen. Für die Ausgabe 2026 seien kleinere Anpassungen am Reglement vorgesehen.
Alpkäseberaterin Hedy Gisler stellte Neuerungen bei der Bewertung vor: Künftig erhalten Teilnehmende das detaillierte Taxationsblatt der Fachjury. Sie blickte zudem auf 47 durchgeführte Beratungen im vergangenen Alpsommer zurück und zeigte sich zuversichtlich für die kommende Saison. Auch 2026 ist zusammen mit Agroscope eine Versuchsreihe zu gefriergetrockneten Kulturen geplant.
Käselager bereits gut gefüllt
Einblick in ein bedeutendes Infrastrukturprojekt gab Res Zgraggen mit Bildern aus dem Käselager im Stollen von Ripshausen. Die Anlage ist seit Juli 2025 in Betrieb und war bereits im Herbst zu rund 70 Prozent ausgelastet. Neben Genossenschaftern können auch externe Produzenten ihre Laibe einlagern.
Auf überregionaler Ebene ist Uri seit 2025 wieder im Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband vertreten. Walti Muheim betonte die Bedeutung dieser Vernetzung. Gleichzeitig wurde der Verein «Lebendige Alpsaison» gegründet. Dieser soll das seit 2023 zum UNESCO-Kulturerbe gehörende Alpsommer-Brauchtum fördern, die Wertschätzung steigern und den Absatz von Alpprodukten verbessern.
Hans Muheim vom Amt für Landwirtschaft informierte über aktuelle Neuerungen. Dazu gehören das neue Agrardatensystem NikA, die ab 2027 obligatorische Fachbewilligung im Pflanzenschutz sowie die nächste Sömmerungsviehzählung im Spätsommer 2026. Zudem wurde mit Christoph Bamert ein überkantonaler Koordinator für den Herdenschutz eingesetzt.
6000 Rinder suchen einen Platz
Auch die Korporation Uri steht vor verschiedenen Aufgaben. Präsident Kurt Schuler nannte unter anderem die Überarbeitung des Schwendgeldes, die Nutzung von Heimkuhweiden, laufende Alpkonzepte sowie die Herausforderungen rund ums Wildcampieren.
Zum Abschluss thematisierte Remo Aschwanden die Tierseuche Lumpy Skin Disease. Zwar seien in der Schweiz aktuell keine Fälle bekannt, doch das Sömmerungsverbot in Frankreich führt dazu, dass für rund 6000 Rinder zusätzliche Alpplätze gesucht werden. Eine Vermittlungsplattform sei bereits online. (rwi/zvg)


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