Im Kleinbus, der am Montagmorgen auf einem Bahnübergang in Wolfenschiessen von einem Zug erfasst worden war, sind israelische Touristen unterwegs gewesen. Das Auto war im Ausland immatrikuliert. Dies sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Nidwalden an der einberufenen Pressekonferenz am Montagnachmittag.
Ungewisser Gesundheitszustand der Verletzten
Bei den Opfern handelt es sich um vier Frauen und vier Männer, wie an der Medienkonferenz vom Montagnachmittag bekannt wurde. Die Schwerverletzten wurden mit der Rega und der Ambulanz in Schweizer-Spitäler transportiert, wie die Kapo Nidwalden mitteilt. Wie es den fünf Verletzten geht, lassen die Behörden offen.
Erich Kuhn von der Nidwaldner Staatsanwaltschaft machte an einer Medienorientierung in Stans noch keine Angaben zum Gesundheitszustand der Verletzten. Er begründete dies damit, dass bis jetzt noch niemand habe befragt werden können.
Ob der Chauffeur beim Unfall verstarb, wollte Kuhn nicht sagen, ebensowenig, ob die Todesopfer männlich oder weiblich sind. «Zuerst wollen wir die Angehörigen informieren», sagte Kuhn.
Beim Unfallfahrzeug handelte es sich um einen silbrigen Opel-Kleinbus. Dieser war um 8.40 Uhr auf dem Bahnübergang Allmend in Wolfenschiessen mit dem Schnellzug Luzern-Engelberg kollidiert.
Schwierige Bergung der Opfer
Lorenz Muhmenthaler, Pikettoffizier der Kantonspolizei Nidwalden, holte tief Luft und sagte dann den zahlreich angereisten Medienschaffenden sichtlich betroffen: «Es war ein schlimmer Anblick für die Rettungskräfte, die zuerst hier eintrafen.»
Die Einsatzkräfte fanden ein Chaos fanden vor. Entsprechend schwierig sei die Bergung gewesen, sagte Muhmenthaler. Die toten und schwer verletzten Insassen seien fest eingeklemmt gewesen. Die Bestürzung sei gross gewesen.
Der Bus war in der gleichen Richtung unterwegs wie der Zug. Als er nach rechts abbog, kollidierte er mit dem Luzern–Engelberg Express der Zentralbahn (zb). Die Passagiere des Zuges, der nach Engelberg unterwegs war, blieben unverletzt und wurden nach dem Unfall betreut und mit Bussen nach Engelberg zurück gebracht. «Wir sind tief erschüttert», so Renato Fasciati von der Zentralbahn.
Ein Sprecher der Zentralbahn sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, der Unfall habe sich auf einem mit Andreaskreuzen gesicherten Bahnübergang ereignet. Auf diesem Bahnabschnitt gebe es zahlreiche Bahnübergänge, die noch nicht saniert seien.
Ab 14 Uhr Strecke wieder befahrbar
Der Unfall hatte Auswirkungen auf den Verkehr. Die Kantonsstrasse, sowie die Bahnstrecke, mussten für mehrere Stunden gesperrt werden. Während dieser Zeit konnte auch kein Bahnersatz verkehren. Die nach dem Unfall unterbrochene Bahnlinie Richtung Engelberg konnte um 14 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden, wie die Zentralbahn mitteilte.
Die Unfallursache ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Warum die Touristen aus Israel den ungesicherten Bahnübergang bei der Allmend überquerten, ist noch unklar. Aber: «Die Strasse führt zu einem Wasserfall. Vielleicht war dieser Ziel der Touristengruppe», vermutet die Nidwaldner Justizdirektorin Karin Kayser vor den Medien.
Im Einsatz standen über 50 Hilfskräfte: Rettungsdienst 144 mit 5 Ambulanzen (2 LU, 2 NW, 1UR), 2 Rega-Teams, Stützpunktfeuerwehr Stans, Feuerwehren Wolfenschiessen und Dallenwil, Zentralbahn-Mitarbeiter, Staatsanwaltschaft NW und die Polizei. Ebenfalls wurde die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) aufgeboten.
Nicht der erste Unfall dieser Art
Dies ist nicht der erste Unfall an einem Bahnübergang in Wolfenschiessen: Bereits am 21. Juli kam es in Wolfenschiessen zu einem Zugunfall an einem Bahnübergang. (wir berichteten) In den Kantonen Luzern, Obwalden und Bern sollen alle Bahnübergänge bis Ende 2014 gesichert werden. Im Kanton Nidwalden läuft derzeit ein Programm, auch dieser Unfallort sollte bis Ende Jahr gesichert werden.
Heute sind 147 von 217 Übergängen der Zentralbahn gesichert, so Renato Fasciati von der Zentralbahn. Die restlichen 70 Übergänge sollen bis Ende Jahr gesichert werden. Auch auf der Engelberger Strecke. Der Landrat wies einen Kredit zurück, weil er eine günstigere Variante wollte. Auf das laufende Projekt habe das aber keinen Einfluss.
Lesen Sie mehr zum Unglück am Dienstag in der «Neuen Nidwaldner Zeitung».
pd/sda/nop/shä/mvr



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