Sommer, Sonne und ein paar arbeitsfreie Tage – das verheisst Erholung pur. Wenn da nur nicht das Packen wäre. Denn wenn es ums Verreisen geht, zeigt sich der wahre Charakter eines Menschen: Liebenswerte und nervtötende Macken jeder Persönlichkeit treten zutage. In meinem Umfeld beobachte ich beispielsweise die Packtypen Listenschreiberin, Auto-Tetris-Spieler, Rucksackliebhaber, Minimalistin und visionäre Delegiererin. Was passiert, wenn sie aufeinandertreffen?
Die Listenschreiberin macht sich schon Wochen vorher Notizen, wann immer ihr etwas einfällt, oder sie setzt sich vor dem Packen extra einige Minuten dafür hin. Alles auf der Liste wandert anschliessend in die genau dafür vorgesehenen Gepäckstücke. Wer sie in ihrer Konzentration stört, erntet einen bösen Blick oder genervten Kommentar.
Der Auto-Tetris-Spieler schmeisst deshalb das, was er braucht, so schnell wie möglich in verschiedene Einkaufstüten und diese dann ins Auto. Es hat noch Platz? Cool, dann kommen noch die Bettdecke, der Campinggrill und ein Fell mit. Ah nein, das Fell wieder raus. Was sich am Ende wo oder überhaupt im Auto befindet? Wird man dann schon sehen.
Gut, dass der Auto-Tetris-Spieler seine unzähligen Gepäckstücke jeweils nicht weit tragen muss. Daran erinnert ihn der Rucksackliebhaber immer wieder. Denn dieser packt einen einzigen grossen Rucksack, den er über mehrere Stunden und Kilometer weit ganz allein zu tragen vermag. Er reist trotzdem im Auto mit.
Auch die Minimalistin beschränkt sich auf das Nötigste. Schliesslich braucht man im Leben gar nicht so viel Kram, wie man immer denkt, nur gute Freunde. Die Tasche bleibt bewusst handlich klein. Die Sonnencreme leiht sie sich von der Listenschreiberin, ihre Flasche Wasser trägt der Rucksackliebhaber dann schon mit und der Auto-Tetris-Spieler braucht seinen warmen Pulli eh nicht.
Die visionäre Delegiererin bleibt ebenso entspannt und wirft laufend kreative Ideen ein, was noch wie gepackt werden könnte. Der Auto-Tetris-Spieler wird das schon fertigbringen. Und die Listenschreiberin hat sich hoffentlich eine Notiz gemacht. Denn kaum ausgesprochen, entschwindet die Idee aus dem Bewusstsein der Delegiererin.
Das Chaos ist perfekt, die Ferien werden trotzdem wunderbar. Denn diese Kollaboration sorgt auch für Vorteile und erinnerungswürdige Anekdoten – etwa, wenn sich die Minimalistin von der Liste inspirieren lässt und doch den Schlafsack einpackt oder der Auto-Tetris-Spieler unverhofft noch eine Flasche Wein aus dem Gefährt zaubert.

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