Kanton Uri

Umgang mit den Medien stand im Mittelpunkt

Die Präsidentinnen und Präsidenten der Urner Gemeinden trafen sich zum Informations- und Erfahrungsaustausch.

Die Urner Gemeinden haben sich kürzlich in Erstfeld zu ihrer traditionellen Präsidienkonferenz getroffen. Organisiert durch den Urner Gemeindeverband treffen sich die Präsidentinnen und Präsidenten der Urner Gemeinden einmal im Jahr zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch.

Am vergangenen Freitag stand die Präsidienkonferenz laut einer Medienmitteilung im Zeichen einer Schulung zum professionellen Umgang mit den Medien durch eine externe Spezialistin. Die Weiterbildung vermittelte praxisnahe Grundlagen für die Vorbereitung und Beantwortung von Medienanfragen sowie für Auftritte in Interviews. Weitere Schwerpunkte lagen auf der Kommunikation in ausserordentlichen Situationen sowie auf der regelmässigen Einschätzung von Entscheidungen aus der Aussensicht von Medien und der proaktiven Vorbereitung von Stellungnahmen zu wichtigen Themen. Die Urner Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten nutzten die Gelegenheit, um Erfahrungen im Umgang mit den Medien auszutauschen und voneinander zu lernen.

Verantwortung von Milizpolitikern als heikles Thema

In seiner kurzen Einleitungsrede nahm Timotheus Abegg, Präsident des Urner Gemeindeverbands, den kürzlichen Gerichtsprozess zum Bergsturz von Bondo zum Anlass, die Verantwortung von Milizpolitikerinnen und -politikern zu thematisieren. Er begrüsste den Freispruch für die damalige Gemeindepräsidentin, die sich bei ihrer Einschätzung der Situation auf die Empfehlungen von Spezialisten stützte. Ohne eine realitätsnahe und faire Beurteilung der Verantwortung von Milizpolitikerinnen und -politikern würde es den Gemeinden in Zukunft noch schwerer fallen, genügend motivierte Personen für die verschiedenen kommunalen Gremien zu finden.

Unter grossem öffentlichen und medialen Druck

Für die Rekrutierung von Gemeinderätinnen und -gemeinderäten ebenfalls nicht förderlich sei der zunehmende Trend zur Personalisierung und Zuspitzung auf eine mutmassliche Schuld der Behörden nach aussergewöhnlichen Ereignissen durch die nationalen Medien. Gerade in Krisensituationen stünden Gemeindepräsidien oft innert kürzester Zeit unter grossem öffentlichem und medialem Druck, obwohl noch nicht alle Fakten bekannt seien.

Umso wichtiger sei es, sich auf solche Situationen vorzubereiten und auch unter schwierigen Bedingungen sachlich, besonnen und professionell zu kommunizieren. Damit schlug Timotheus Abegg den Bogen zur Weiterbildung zum Umgang mit den Medien. (zvg)

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