Richard Greuter
Richard Greuter
Die Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwalden möchte die Reformierte Kirche in Buochs unter Denkmalschutz stellen. «Das Dach und die Fenster müssen umfassend renoviert werden», sagte Präsident Wolfgang Gaede zu den rund 40 Mitgliedern, die am Montag an der Frühlingsversammlung der Kirche im Ökumenischen Kirchgemeindehaus in Stansstad teilnahmen. Der Renovationskredit von rund 450'000 Franken wurde bereits vor zwei Jahren gutgeheissen. Da auch bei den Pfarrhäusern in Buochs und in Hergiswil Renovationen anstehen, werden die Mittel aber knapp.
Der Kirchenrat möchte dem Nidwaldner Regierungsrat daher einen Antrag stellen, die Kirche in Buochs unter Denkmalschutz zu stellen. Damit erhofft er sich eine Kostenbeteiligung des Kantons im Umfang von 35 bis 45 Prozent. Dies sorgte für einigen Diskussionsstoff an der Versammlung. Laut Wolfgang Gaede bliebe das Gebäude unter Denkmalschutz, auch wenn es anderweitig genutzt würde. Die Bewilligungswege sollten dadurch nicht länger werden und in der Gestaltung um die Kirche bestünden keine Einschränkungen, so Gaede. Diesen Antrag genehmigte die Versammlung.
Auf der personellen Seite sieht es für die Kirche Buochs gut aus. Die Versammlung wählte Tünde Basler-Zsebesi zur Buochser Pfarrerin. «Die Seelsorge liegt mir am Herzen», sagte Basler, die sich für die Wahl bedankte. Die studierte Theologin wurde in Ungarn geboren und lebt seit 38 Jahren in der Schweiz. Seit sechs Jahren ist Natalie Siegenthaler in der Kirchenpflege Buochs tätig. Nun wurde sie als neues Mitglied in den Kirchenrat gewählt. Nach wie vor bestehen dort aber zwei Vakanzen, die der Kirchenrat füllen möchte.
Trotz der Pandemie eine gute Rechnung
Im Informationsheft, das die Kirchenmitglieder vor der Versammlung erhalten haben, ist neben der ausführlichen Rechnung eine Liste mit Budgetabweichungen aufgeführt. Anstelle der üblichen Kostenüberschreitungen verzeichnet die Liste grösstenteils Minderausgaben. Pandemiebedingt konnten zahlreiche Versammlungen, Weiterbildungen aber auch Renovationen nicht ausgeführt werden. Dies sorgte für gute Zahlen. Statt dem budgetierten Gewinn von 73'000 Franken präsentierte die Rechnung von Max Marthaler nun einen solchen von 196'000 Franken. Obwohl durch die Einkommenssteuer der natürlichen Personen 239'000 Franken weniger in die Kasse der Kirche flossen als im Vorjahr, liegt der Gewinn also um rund 123'000 Franken über dem Budget. Zudem besteht noch ein Restguthaben von 124'700 Franken, das die Kirche vom Kanton erwarten kann.
Auf gutem Weg ist auch die Revision der Kirchenverfassung. Eine Vernehmlassung durch Behörden, Interessierte Mitglieder und Angestellte konnte der Kirchenrat im Juni abschliessen. Nach der Bereinigungsversammlung Ende Januar 2022 soll die endgültige Fassung vorliegen. An der Frühlingsversammlung im nächsten Jahr kommt sie zur Abstimmung. Das Hauptanliegen ist nach wie vor die Abschaffung der Pfarrerwahl. Im weiteren ist eine Verschlankung der Strukturen auf der ganzen Ebene vorgesehen.
Weiter wurde informiert: Seit April ist Bruno Bernhardsgrütter Kirchenschreiber und damit Leiter der Geschäftsstelle. Änderungen gab es auch beim Religionsunterricht: Anstelle einer dafür zuständigen Kommission installierte der Kirchenrat neu eine Fachstelle, die von Regina Hauenstein geleitet wird.


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