notifications
Nidwalden

Über 70'000 Artikel verfügbar: Eisenwarenhändler in Obwalden bieten Ware online an

Zwei Obwaldner Händler verkaufen nun übers Internet – eine Ergänzung, aber kein Ersatz zum Normalbetrieb. Die Bestellungen sind überschaubar.
Philippe Gasser, Inhaber der Gasser Eisenwarenhandlung in Sachseln, stellt seine Artikel online zur Verfügung. (Bild: Florian Arnold (Sachselen, 16. April 2020))

Florian Pfister

«Not macht erfinderisch», sagt Priska Rohrer, Geschäftsinhaberin der Burch Eisenwaren in Giswil. Denn ohne die Coronakrise hätte das Obwaldner Geschäft wohl keinen Onlineshop – genau so wie die Firma Gasser Haushalt aus Sachseln. Wegen der Krise hat die Kassen-Softwarefirma der beiden Händler innert nur vier Tagen den Onlineshop aufgezogen.

Der «Handwerker Shop», so der Name des virtuellen Geschäfts, bietet über 70'000 Artikel von vier Lieferanten an. Insgesamt involviert sind zehn Schweizer Händler. Die Kunden können diesen bei der Bestellung selber auswählen. «Die Plattform ist eine Hilfe für uns alle», sagt Priska Rohrer. «Nach Bestellungseingang arbeitet aber jeder Händler für sich. Wir haben eigentlich nichts mit den anderen zu tun.»

Der Kundenkontakt findet vermehrt am Telefon statt

Der Arbeitsalltag hat sich für Priska Rohrer vom Ladentisch ans Telefon verlagert. «Ich bin praktisch nur am Telefonieren.» Die Beratung am Hörer ist sehr gefragt. «Es ist aufwendiger und anstrengender als zuvor, aber den Kunden zuliebe macht man das natürlich.» Auch die Arbeit von Philippe Gasser, Geschäftsinhaber von Gasser Haushalt,
hat sich ans Telefon verlagert. «Vieles läuft auch per E-Mail», ergänzt er.

Philippe Gasser versucht, die Bestellungen, falls nicht an Lager, möglichst zeitnah zu erhalten und zu liefern. Zuvor hatte er Bestellungen für die gleichen Produkte noch gesammelt. Viele Kunden holen die Bestellungen an der Depotstelle des Unternehmens ab, auf Wunsch legt Gasser die Waren auch persönlich vor die Tür. «Viele unserer Kunden wohnen in der Umgebung, da ist das kein Problem», sagt er. Er hält die Stellung momentan allein. Für seine Mitarbeiter hat er Kurzarbeit beantragt. «Es ist ein wenig einsam, so zu arbeiten», sagt er.

Auch Priska Rohrer vermisst vor allem den direkten Kontakt zu den Kunden. «Man hört nur die Stimme. Das ist schon anders, als den Kunden persönlich zu sehen.»

Viel Farbe und Schrauben werden bestellt

Auffallend ist laut Priska Rohrer, dass die Kunden vor allem sehr viel Farbe und Schrauben bestellen: «Ich denke, die Leute haben nun mehr Zeit, zu Hause und im Garten zu arbeiten.» Philippe Gasser macht etwas andere Beobachtungen. «Es gibt Artikel, die gerade nicht sehr laufen, wie zum Beispiel Tischtücher. Denn diese muss man sich vor Ort anschauen», stellt er fest.

Die Bestellungen bleiben überschaubar

Frühling sei die Hauptsaison, sagt Priska Rohrer. «Dadurch ist noch recht viel Betrieb, aber natürlich kann man das nicht mit sonst vergleichen.» Philippe Gasser sagt: «Durch den Onlineshop kommen zwar Bestellungen rein, diese sind aber überschaubar. Er ist dennoch sehr wichtig, denn so bleiben wir präsent und werden weiterhin wahrgenommen.» Den stationären Betrieb ersetze der Onlineshop nicht.

Der «Handwerker Shop», online bewährt sich bisher auch für Rohrer. Trotzdem komme ein grosser Teil der Bestellungen telefonisch herein. «Die Kunden wünschen sich nach wie vor Beratung. Und das ist im Fachhandel unsere Stärke», sagt Rohrer. «Was wir vorher am Ladentisch besprechen konnten, wird nun telefonisch erledigt. Mit dem Onlineshop hat der Kunde aber einen Katalog und sieht, worum genau es geht. Das wäre ohne den Shop schwieriger.»

Kommentare (0)