Die Maschinen dröhnen, Maler sind am Streichen, es liegt der Duft von Farbe und Chemikalien in der Luft – am Dienstagmorgen werden unter der Egg fleissig Graffiti entfernt. Es ist nicht das erste und wohl auch nicht das letzte Mal in diesem Jahr, dass die Maler vom Maler Schlotterbeck für die Entfernung von illegalen Sprayereien ausrücken müssen.
«In den letzten Jahren haben Sprayereien und vor allem Tags im öffentlichen Raum zugenommen», erklärt Stadträtin Melanie Setz anlässlich einer Orientierung zur Aktion «Sprayfrei». Direkt neben den Säuberungsarbeiten der Maler informierte die Stadt Luzern am Dienstag über die aktuelle Situation und die Herausforderungen mit illegalen Sprayereien in Luzern. Warum das Sprayen aktuell zunimmt, könne man nicht genau festmachen, dies passiere jeweils in Wellenbewegungen, und momentan sei man auf der zunehmenden Seite. Dies sei aber kein Luzerner Phänomen, sondern sei schweizweit gleich.
Mit «Sprayfrei» Graffiti entfernen lassen
Graffiti sind aber nicht einfach nur Vandalismus, sondern haben auch Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Luzernerinnen und Luzerner: «Damit man sich sicher fühlt, braucht es Licht und Sauberkeit. Eine saubere Stadt stärkt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung», sagt Melanie Setz. Werden die Sprayereien nicht entfernt, so droht auch die Bausubstanz Schaden zu nehmen. Zudem besteht das Risiko, dass stehengelassene Graffiti weitere Sprayende anziehen. Deshalb sei es wichtig, dass illegale Sprayereien möglichst rasch entfernt werden. Genau hier setzt «Sprayfrei» an.
Die Aktion «Sprayfrei – saubere Fassaden in Luzern» wurde 2007 lanciert. Die gemeinsame Initiative der Stadt Luzern und des Verbandes Luzernermaler hat zum Ziel, Sprayereien an Gebäuden und Einrichtungen zu vermindern. Im Rahmen der Aktion seien bereits rund 4300 Quadratmeter versprayte Flächen gesäubert worden. 2012 wurde «S prayfrei » dann in eine feste Dienstleistung überführt.
Wer als Liegenschaftsbesitzender Opfer einer Sprayerei wird, kann diese im Rahmen von «Sprayfrei» fachgerecht entfernen lassen und erhält einen Rabatt von 10 Prozent. Zwölf Malerbetriebe des Verbandes Luzernermaler sind bei der Aktion dabei. «Innerhalb von ein bis zwei Tagen nach einem Anruf entfernen wir die Sprayereien – sofern das Wetter mitmacht», erklärt Walter Wesseling, Präsident von Luzernermaler.
Stadt entfernt 85 Graffiti pro Jahr
Dabei gestalte sich die Säuberung der Graffiti nicht immer als einfach, gerade bei Steinfassaden und denkmalgeschützten Bauten. «Aber bei neueren Häusern ist es häufig möglich, die Graffiti zu übermalen, aber auch dies muss jeweils abgeklärt werden», sagt Wesseling.
Wie teuer das Entfernen von einem Tag genau ist, ist schwierig zu beziffern. Die Stadt Luzern bezahlt durchschnittlich pro Jahr über 100’000 Franken für rund 85 Graffiti. «Wie viel die Säuberung genau kostet, kommt stark auf das Gebäude und die Bausubstanz an», erklärt Hans-Peter Schaffner, Inhaber und Geschäftsführer vom Maler Schlotterbeck.
Seine Mitarbeitenden sind es, die am Dienstagmorgen die Sprayereien unter der Egg entfernen. «Zudem muss der Umgang mit dem Schmutzwasser bedacht werden. Die Überreste der Sprayereien müssen fachgerecht entsorgt werden.» Man könne das mit Chemikalien versetzte Wasser ja nicht einfach in die Reuss ablassen – sonst würden die Graffiti am Ende sogar noch die Luzerner Fische töten.




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