An der Gemeindeversammlung in Unterschächen löste das Kreditbegehren von 75'200 Franken für das Projekt «Brickermatte 2030+» eine engagierte Diskussion aus. Gemeinderätin Christina Furrer erläutert den Anwesenden das Kreditbegehren. Im Zentrum der Debatte standen die finanziellen Auswirkungen und der Umfang des Vorhabens. An der Frühjahrsgemeindeversammlung in Unterschächen unter dem Vorsitz von Gemeindepräsident André Bissig nahmen am Donnerstagabend 88 Stimmberechtigte und 3 Gäste teil.
Die kritischen Stimmen aus der Versammlung warnten vor den immensen Folgekosten eines derart grossen Projekts und hinterfragten, ob die Sanierungsmöglichkeiten des bestehenden Alters- und Pflegeheims Gosmergartä in Bürglen wirklich lückenlos geprüft worden seien. Es wurde die Befürchtung geäussert, dass mit diesem Kredit ein Sachzwang für ein zukünftiges Millionenprojekt und somit für Steuererhöhungen geschaffen werde. Zudem kam die Frage auf, ob sich die Gemeinde Unterschächen als kleinerer Partner finanziell nicht übernehme.
Demgegenüber betonten Befürworter sowie der Gemeinderat die strategische Wichtigkeit des Projekts. Sie argumentierten, dass man sich in einer sehr frühen Phase befinde und der Planungskredit genau dazu diene, die Machbarkeit und die Kosten fundiert zu schärfen. Ein Zögern würde die Sanierungs- und Finanzierungskosten der alten Gebäude nur weiter in die Höhe treiben. Weitere Wortmeldungen aus der Versammlung machten deutlich, dass Unterschächen bei einem Nein die politische Mitgestaltung verpassen würde und bei der zukünftigen Pflegeversorgung isoliert dastünde. Durch die Nutzung von Synergien mit den anderen drei Gemeinden und die Berücksichtigung von technologischen Innovationen könne man die pflegerische Zukunft aktiv sichern. Ein Nein würde als schlechtes Signal an die Regionalpartner gewertet.
Nach dieser intensiven Debatte stimmte die Gemeindeversammlung dem Planungskredit schlussendlich zu. 43 Ja standen 34 Nein gegenüber (1 Enthaltung).
Zustimmung zu Rechnung mit einem Minus
Verwalterin Sandra Kempf stellte die Gemeinderechnung 2025 vor, welche mit einem Aufwandüberschuss von fast 22'200 Franken abschliesst. Die Investitionsrechnung weist eine Nettoinvestitionszunahme von beinahe 71'900 Franken aus. Auf Antrag des Gemeinderates wurde die Rechnung einstimmig genehmigt.
Gemeinderat Marino Arnold erläuterte den Anwesenden die Schlussabrechnung des Heizungsersatzes im Kreisschulhaus. Bei einem bewilligten Bruttokredit von 70'000 Franken schliesst das Projekt mit einer Kostenunterschreitung von mehr als 1700 Franken ab.
Gemeinderat Ruedi Herger stellte die Schlussabrechnung zur Parkplatzbewirtschaftung vor. Für das Projekt war ein Bruttokredit von 32'000 Franken bewilligt worden. Effektiv abgeschlossen werden kann das Vorhaben mit einer Kostenunterschreitung von fast 700 Franken.
Ruedi Herger erläuterte auch die Schlussabrechnung des Unterhaltsprojekts Lawinenverbauung Windgällen. Bei einem bewilligten Kredit von 253'000 Franken ergab sich eine Kostenunterschreitung von rund 104'200 Franken. Dies ist primär darauf zurückzuführen, dass die effektiven Offerten und der Bauverlauf deutlich günstiger ausfielen, als in der ursprünglichen Grobkostenschätzung angenommen wurde. Auf Antrag des Gemeinderats wurden alle drei Schlussabrechnungen einstimmig genehmigt.



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