Erstmals kam am Umzug in Kriens der Galli-Zunft am Güdisdienstag ein neues Sicherheitskonzept zur Anwendung: Die Stadt liess Traktoren als Terror-Sperren auffahren. Diese wurden von Landwirten als sogenannte Prellbock-Fahrzeuge an verschiedenen Querstrassen abgestellt, um die Umzugsroute zu sichern. Total sechs Traktoren kamen zum Einsatz, dazu 14 Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr – und sogar ein Auto einer Privatperson brauchte es. Mit diesem Sicherheitskonzept setze man eine Empfehlung der Polizei um, hiess es seitens der Behörden vor dem Umzug.
Dieses Terror-Abwehrkonzept wird jetzt vom Krienser Stadtrat Maurus Frey (Grüne) kritisiert. Der Verantwortliche für die Sicherheit in Kriens sagte gegenüber Tele 1 : «Ich stelle es in Frage, ob es eine langfristige Lösung für das Gemeinwesen sein kann, dass der Staat Freiwillige aufbieten muss, um die Sicherheit an einer Grossveranstaltung garantieren zu können. Hier braucht es neue Lösungen, damit wir mit ruhigem Gewissen feiern können.»
Die Stadt Kriens allein sei überfordert. «Mit dem Handlungsdruck und der Bedrohungslage, mit der wir momentan konfrontiert sind, reichen die Ressourcen, die wir vom Kanton und der Luzerner Polizei haben, nicht», sagt Frey. Er fordert deshalb: «Wenn es um Sicherheitsfragen geht, sehe ich hauptsächlich den Kanton in der Pflicht, entsprechend die Ressourcen bereitzuhalten.»
Wie in Kriens kam dieses Jahr an der Fasnacht auch in der Stadt Luzern ein neues Sicherheitskonzept zum Einsatz, um auf die aktuelle Bedrohungslage nach den Anschlägen in Magdeburg oder in New Orleans zu reagieren. Hier rüstete man sich gegen die Terrorgefahr mit 70 grossen, mit Erde gefüllte Säcken , die in der gesamten Innenstadt platziert wurden. (mme)



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