Die Badi Mooshüsli ist in einem desolaten Zustand. Eine Bestandesaufnahme im 48-jährigen Hallenbad zeigte rostende Armierungseisen, tropfende Decken unter dem Schwimmbecken und eine Glasfassade, die so eingetrübt ist, dass man kaum noch durchblicken kann.
Auch beim 70 Jahre alten Freibad sieht es nicht besser aus: Das Nichtschwimmerbecken ist derart mit Algen verunreinigt, dass man auf dem Boden auszurutschen droht. Und im 50-Meter-Becken können die Risse in der Deckfolie nur noch mit Mühe geflickt werden. «Falls eine Folie ganz reisst, müsste diese mit hohen Kosten sofort ersetzt oder das Becken geschlossen werden», schreibt der Gemeinderat in seiner Bestandesaufnahme. Im Kinderplanschbecken seien sogar mehrere Attraktionen dauerhaft ausser Betrieb.
Wegen Badi droht «Imageverlust für Emmen»
Der Gemeinderat erklärt: «Aufgrund des Alters stehen nicht mehr für alle Anlagen Ersatzteile zur Verfügung.» Das sei ein grosses Risiko für die Betriebssicherheit und «ein Imageverlust für die Gemeinde Emmen».
Doch der Gemeinderat Emmen will Abhilfe schaffen. Bereits im Sommer wurden erste Pläne bekannt: Die gesamte Badeanlage soll saniert werden. Zudem soll zwischen Hallen- und Freibad ein neuer Verbindungstrakt gebaut werden. Darin sollen Kasse, Garderobe und Restaurant für beide Bäder untergebracht werden. Dadurch können Synergien genutzt werden, denn heute haben Hallen- und Freibad je eigene Eingänge, eigene Garderoben und Gastronomie.
Das neue zentrale Empfangsgebäude könnte auch für weitere Sportanlagen in der Nähe genutzt werden – etwa Gersag, Rossmoos und Feldbreite. Sogar eine Bibliothek wäre im neuen Gebäude denkbar, schreibt der Gemeinderat.
Zusätzliches Becken fürs Hallenbad
Nun werden die Erneuerungspläne konkret: Der Gemeinderat legt dem Einwohnerrat einen Bericht & Antrag vor , in dem die nächsten Schritte definiert sind. Der Zeitplan sieht Folgendes vor:
2026 : Sanierung Nichtschwimmerbecken (Freibad)
2027–29 : Bau des neuen Empfangsgebäudes
2028 : Sanierung Sprungbecken, 50-Meter-Becken und Kinderplanschbecken (Freibad)
2030–33 : Totalsanierung Hallenbad
Im Zuge der Hallenbadsanierung ist auch eine Erweiterung der Wasserflächen geplant. So soll ein zusätzliches Nichtschwimmerbecken gebaut werden. Dafür muss das Gebäude nicht einmal vergrössert werden: Das neue Becken entsteht dort, wo sich heute die Garderoben befinden. Diese werden wie erwähnt künftig im zentralen Empfangsgebäude untergebracht.
Dank dem zusätzlichen Becken gibt es künftig mehr Platz fürs Schulschwimmen. Das ist dringend nötig, denn das Mooshüsli wird nicht nur von den Emmer Schulen genutzt, sondern auch von zahlreichen anderen Gemeinden, die kein eigenes Hallenbad besitzen. Auch relativ weit entfernte Gemeinden wie Hergiswil, Schwarzenberg oder Abtwil schicken ihre Kinder nach Emmen zum Schwimmunterricht. Eine Bedarfsanalyse zeigte denn auch, dass die Wasserfläche im Mooshüsli für das grosse Einzugsgebiet viel zu knapp ist. Sie liegt weit unter den offiziellen Empfehlungen des Bundesamts für Sport (Baspo).
Mooshüsli erhält 2025 eine Schwimmschule
Unabhängig von diesen Plänen will das Mooshüsli schon ab 2025 eine eigene Schwimmschule aufbauen. Bis anhin wurden Schwimmkurse entweder von den Volksschulen oder von privaten Anbietern erteilt. Mit der neuen, hauseigenen Schwimmschule wolle man die bisherigen Angebote nicht konkurrenzieren, betont der Gemeinderat. Vielmehr wolle man sich auf Nischen konzentrieren, die bisher kaum abgedeckt werden. Gestartet wird im nächsten Frühling mit Ferienkursen, die danach schrittweise ausgebaut werden.
Insgesamt schätzt der Gemeinderat die nötigen Investitionen für die Badi Mooshüsli auf rund 41 Millionen Franken. Diese können allerdings noch beträchtlich variieren – bis zu 10 Millionen nach unten oder oben. Ohnehin wird die Finanzierung etappenweise erfolgen. Die erste Tranche ist für die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens, welche 4,8 Millionen Franken kosten soll. Der Kredit wird bereits diesen Dezember dem Einwohnerrat vorgelegt.



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