Die 67. Generalversammlung des Tierschutzvereins Nidwalden zeigte eindrücklich, wie breit moderner Tierschutz heute verstanden wird: als Hilfe in akuten Notlagen, als Prävention und als Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Mit 65 behandelten Tierschutzfällen, erfolgreichen Schutzprojekten und grossem ehrenamtlichem Einsatz blickte der Verein auf ein intensives Jahr zurück, wie es in der Medienmitteilung des Vereins heisst.
Eine Rettungsgeschichte, die bewegt
Besonders berührte die Geschichte von Hund «Bänzli». Nach einem Absturz am Buochserhorn blieb das Tier verletzt in einem Steilhang liegen. Dank einer Drohne der Rehkitzrettung Nidwalden konnte der Hund lokalisiert werden, gemeinsam mit der Alpinen Rettung Zentralschweiz gelang die schwierige Bergung. Bänzli überlebte. Für den Tierschutzverein steht dieser Einsatz exemplarisch für das, was Tierschutz ausmacht: entschlossenes Handeln, Zusammenarbeit und die Bereitschaft, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen nicht aufzugeben, wie es in der Mitteilung heisst.
Prävention gegen verborgenes Tierleid
Ein zentraler Schwerpunkt bleibe der Kampf gegen Katzenelend. Verwilderte und herrenlose Katzen vermehren sich oft unkontrolliert und leiden unter Krankheiten, Hunger und fehlender Versorgung. Mit Kastrationen setzt der Verein bei der Ursache an. Im Januar und November 2025 wurden insgesamt 82 Katzen eingefangen, von der Tierschutzorganisation Netap tierärztlich untersucht, kastriert, geimpft und entwurmt. Nach der Genesung wurden sie an ihre angestammten Orte zurückgebracht. Jede einzelne Kastration verhindere potenziell weiteres Tierleid. Ergänzend ermögliche der Verein gemeinsam mit Tierarztpraxen vergünstigte Kastrationen für Landwirtschaftsbetriebe.
Hilfe, wenn Tiere in Not geraten
65 Tierschutzfälle beschäftigten den Verein im vergangenen Jahr – von Vernachlässigungen über Fundtiere bis zu akuten Notlagen. Jeder Fall verlange Abklärungen und oft rasches Handeln. Diese Zahl zeige auch, wie wichtig eine wachsame Bevölkerung ist. Tierschutz beginne oft dort, wo Menschen nicht wegsehen.
Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Schutz wildlebender Tiere. Während der Amphibienwanderung im Gebiet Beckenried/Emmetten sowie Ennetmoos retteten Freiwillige im Frühjahr 2746 und im Herbst 6518 Erdkröten auf ihrem Weg zu den Laichplätzen. Diese stille Arbeit sei ein konkreter Beitrag zum Artenschutz und zur Erhaltung lokaler Lebensräume.
Wenn Drohnen Rehkitze retten
Mit den Vereinsdrohnen für die Rehkitzrettung konnten 42 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden. Zehn Drohnenpiloten suchten an 72 Einsatztagen 160 Felder mit einer Fläche von 350 Hektaren ab, unterstützt von 21 Helferinnen und Helfern.
Ehrenamt als tragende Kraft
Präsidentin Jacqueline Dehmel führt den Verein weiterhin gemeinsam mit Vizepräsidentin Nina Joho. Ebenfalls in den Vorstand gewählt wurden Didi Mathis als Aktuarin und Sabine Isenegger für die Finanzen sowie Anna Cundy, Myriam Harries, Cécile Imfeld und Hedda Bölsterli als Tierschutzbeauftragte. Mit mehr als 170 Mitgliedern und zahlreichen Freiwilligen bleibe der Verein breit abgestützt. Viele Einsätze wären ohne dieses Netzwerk nicht möglich. Der Bedarf an Tierschutz wächst, ebenso die Herausforderungen. Umso wichtiger bleibe es, Bewährtes fortzuführen und neue Wege zu gehen, heisst es zum Abschluss der Medienmitteilung. Hinter jedem Einsatz stehe dieselbe Haltung. Tierisch engagiert. (zvg)





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