Florian Pfister
Florian Pfister
Es ist ein beliebtes Lager und für viele Nidwaldner Schüler ein Highlight in den Sommerferien. Das Tenerolager im Tessin ist für Siebt- bis Neuntklässler eine Gelegenheit, neue Sportarten zu entdecken. Trotz der aktuellen Lage kann das 35. Sportlager des Kantons Nidwalden vom 9. bis zum 15. August stattfinden. Da aber auch hier die Massnahmen bezüglich des Coronavirus eingehalten werden müssen, gelten für die Jugendlichen gleich mehrere Schutzkonzepte.
«Wir haben alles Mögliche unternommen, um das kantonale Polysportlager Tenero trotz der erschwerten Bedingungen durch das Coronavirus durchführen zu können», erklärt Philipp Hartmann, Leiter Abteilung Sport des Kantons Nidwalden.
«Wir wissen, dass das Bedürfnis sehr gross ist und wollen den Jugendlichen das Erlebnis trotz des Virus nicht vorenthalten.»
Wer vor der Reise Fieber hat, muss zu Hause bleiben
Schon bei der Reise erwartet die 101 Teilnehmenden und das Leitungsteam das erste Schutzkonzept. Vor der Fahrt ins Tessin wird die Körpertemperatur mit einem Infrarot-Fieberthermometer an der Stirn gemessen. «Damit wollen wir sicherstellen, dass alle Jugendlichen das Sportlager symptomfrei antreten», sagt Philipp Hartmann. Wer zu diesem Zeitpunkt mehr als 37.5 Grad Körpertemperatur aufweist, muss zu Hause bleiben. Das heisst für die Betroffenen aber nicht zwingend, dass sie das ganze Lager verpassen. Bei entsprechender Abklärung mit dem Hausarzt besteht die Möglichkeit, nachzureisen. Das Transportunternehmen desinfiziert den Car-Innenraum durch eine Verneblungstechnologie.
Haben die Jugendlichen die Reise hinter sich, wartet in der Unterkunft schon das nächste Schutzkonzept. Auch hier muss wieder sichergestellt werden, dass niemand der Anwesenden Krankheitssymptome aufweist. Die Zeltunterkunft wird nur zu maximal 50 Prozent belegt sein. Der Abstand in den Schlafunterkünften ist so gewährleistet. Zudem werden Einweg-Fixleintücher vom Centro Sportivo Tenero zur Verfügung gestellt, diese sind obligatorisch. «Sie werden sowieso jedes Jahr verwendet. Woche für Woche benutzen neue Jugendliche die Schlafplätze, daher ist das sinnvoll», erklärt Hartmann. Nun sind die Einweg-Fixleintücher aber Pflicht, während in anderen Jahren noch eigene Matratzen erlaubt waren.
Durchmischungen sollen vermieden werden
Trotz der kleineren Auslastung der Zelte ist die Teilnehmerzahl gleich hoch wie sonst. «Wir haben das Glück, dass wir das Lager in unserer letzten Sommerferienwoche durchführen», erzählt Philipp Hartmann.
«In anderen Kantonen haben zu diesem Zeitpunkt die Schulen schon wieder angefangen. Deshalb konnte uns das Centro Sportivo Tenero die Teilnehmerzahl garantieren.»
Hartmann freut sich auch darüber, dass alle Jugendlichen mitreisen dürfen, die sich angemeldet haben.
Das Schutzkonzept des Bundesamts für Sport (Baspo) schreibt vor, dass immer Präsenzlisten geführt werden müssen. Für Philipp Hartmann ist das kein Problem. «Wir wissen, wer ins Lager kommt und wer sich bei welcher Sportart eingeschrieben hat», sagt er. Wer im selben Zelt schläft, isst auch am gleichen Tisch. Hierbei und auch beim Sporttreiben soll eine Durchmischung möglichst vermieden werden. Wenn ein Infektionsfall vorkommt, müssen sich die Teilnehmenden mit Grippesymptomen sofort in Selbstisolation begeben. Der Hausarzt wird kontaktiert und die Lagerleitung orientiert das gesamte Umfeld. Besuche von Eltern sind diesmal nicht möglich.
Bunte Mischung an Sportarten
In diesem Jahr können die Jugendlichen sich jeweils morgens in einer der Hauptsportarten Beachvolleyball, Hip-Hop/Streetdance, Kampfsport, Kanu, Mountainbiking, Klettern, Segeln und Tennis versuchen. An drei Nachmittagen können sie neben den Hauptsportarten sogenannte Wahlfachsportarten testen. In der Mitte des Lagers begeben sich die Jugendlichen auf eine Wanderung von Tenero nach Lavertezzo und können anschliessend in der Verzasca baden. «Das Ziel ist es, den Jugendlichen den Sport näherzubringen und dass sie auch Aktivitäten ausprobieren können, die sie im Rahmen des regulären Schulsports nicht ausüben können», sagt Philipp Hartmann. «Dabei entdecken die Jugendlichen vielleicht eine Sportart, die sie später im Verein betätigen.»


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.