Die Strassen sind sanierungsbedürftig, die Bushaltestellen nicht barrierefrei und die Lärmgrenzwerte werden bei praktisch allen Gebäuden überschritten. Auf der Achse St.-Anna-Strasse–Bellerivehöhe–Schlösslihalde in der Stadt Luzern soll sich in Zukunft einiges ändern.
So soll die Strasse nach Plänen der Stadt saniert werden. Untersuchungen des Belags zeigten, dass dieser «in diversen Bereichen eine zu geringe Tragfähigkeit aufweist», wie es im Bericht und Antrag (B&A) des Stadtrats heisst. Hinzu kommen «viele augenfällige Mängel wie Risse und Flickstellen» und Sicherheitsmängel, die ebenfalls beseitigt werden sollen.
Mittellinie wird in Zukunft fehlen
Die Strasse soll in Zukunft zu einer städtischen Velohauptroute werden. Da räumlich von der Strasse getrennte Velowege «nur mit grossflächigem Landerwerb von privaten Parzellen möglich wären», hat sich die Stadt entschieden, die Verkehrsachse zu einer sogenannten Kernfahrbahn umzubauen: Auf beiden Strassenseiten entsteht ein 1,8 Meter breiter Velostreifen und dazwischen eine Fahrbahn von 4,5 bis 5,5 Metern Breite für motorisierte Fahrzeuge. Auf die Mittellinie wird verzichtet. Beidseitig wird zudem ein Trottoir erstellt, das zwischen 1,8 und 2 Meter breit ist.
«Durch das Weglassen der Mittellinie wirkt die Fahrbahn optisch eingeengt und soll so tendenziell eine vorsichtigere Fahrweise begünstigen», heisst es im B&A. Da ein Kreuzen von zwei Fahrzeugen auf der Kernfahrbahn nicht ohne weiteres möglich ist und Velos auf den Velostreifen vortrittsberechtigt sind, müssen motorisierte Fahrzeuge entsprechend vorsichtiger fahren oder – sofern ein Velo auf dem Velostreifen ist – ein Kreuzungs- oder Überholmanöver abwarten. Mit dem Projekt könne auf dem beschränkten Platz eine «Verbesserung für Velofahrende und Zufussgehende erzielt werden, ohne dabei den motorisierten Individualverkehr (MIV) einzuschränken», heisst es.
Baukosten von 5,4 Millionen Franken
Bereits 2007 zeigten Messungen, dass die Lärmgrenzwerte bei fast allen Häusern entlang der Strasse überschritten werden. Deswegen wird ein lärmarmer Belag verbaut und neu Tempo 30 eingeführt. Wo möglich, werden grüne Inseln geschaffen und Flächen entsiegelt. Zudem werden LED-Strassenlampen mit intelligenter Steuerung installiert.
Die Bushaltestellen Schlösslihalde, Schlösslirain, Rigistrasse, Lützelmattstrasse und Klinik St. Anna werden barrierefrei umgestaltet. Dazu müssen sie teilweise leicht verschoben werden. Für die Arbeiten wird die Strasse in Abschnitte von 50 bis 150 Meter unterteilt: Der Verkehr wird einspurig geführt, während auf der anderen Fahrbahnhälfte gebaut wird.
Der gesamte Projektperimeter wird in drei Teile gegliedert (siehe Grafik), wodurch das Projekt übersichtlicher werde und schneller vorangetrieben werden könne. So könne der erste Abschnitt bereits öffentlich zur Bewilligung aufgelegt werden, während die anderen Abschnitte noch erarbeitet würden.
Die Bauarbeiten sollen rund 5,4 Millionen Franken kosten, wofür der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit beantragt. Starten sollen die Arbeiten im kommenden Jahr. Die Fertigstellung ist im zweiten Quartal 2028 vorgesehen.


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