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Tannenschleipfete Luthern

Der Star des Tages: Franjo wird für 3600 Franken versteigert

Tanne und Schwein gehen bei der Tannenschleipfete in Luthern zusammen für 8100 Franken über den Tisch. Erstere ist ein «teurer Gag», Zweiteres wird im Sommer verspeist.

Letztes Jahr Rekord mit gegen 5000, dieses Jahr 3300 Personen: Das Wetter beeinflusst den Publikumsaufmarsch an der Tannenschleipfete in Luthern mit. Und am Dienstag war April im Februar: ein paar Tropfen, kurz, heftig und quer ein Regen-Schneegemisch, Sonnenschein.

Franjo ist nicht nur der Vorname eines Skifahrers, den der einheimische Schiklub auf seinen goldräuschigen Umzugswagen gepflanzt hat. Franjo heisst auch das Schwein, «ein Eberli, kastriert», sagt der Speaker präzisierend, das von Gantrufer Bruno Furrer aus Mosen versteigert wird. Und wie er animiert: Das Schwein habe drei Goldplomben! Franjo, logo. Schliesslich bleibt das Schwein im Dorf. Die Guuggenmusig Flueh-Fäger Luthern erhalten, zum Ersten, zum Zweiten und zumzumzum Dritten, den Zuschlag für 3600 Franken.

Söili Franjo bringt den Schleipfgrende 3600 Franken ein.
Bild: Philipp Schmidli (Luthern, 17. 2. 2026)

Die organisierenden Schleipfgrende decken mit der Versteigerung ihre Kosten für den ganzen Anlass. «In der Regel sollte das Vier- bis Fünffache des Marktwerts herausschauen», sagt Schleipfgrend René Birrer. Schwein wie Tanne werden gesponsert. Während für die Tanne eine Familie sorgte, deren Vater schon vor 30 Jahren eine Tanne offeriert hat, spendierte Schleipfgrend Herbert Peter das Söili.

Was wird nur aus der Tanne?

Auch die Tanne ist natürlich ein Superding: 25 Meter lang, 5,6 Kubikmeter, Durchmesser zwischen 80 und 35 Zentimeter. Nach zaghaftem Beginn – Erstgebot 2000 Franken – erreicht die Bieterei, vom Gantrufer launig angeregt, einen Endpreis von 4500 Franken. Und damit geht der Jubel los, denn es ist erneut eine Guuggenmusig, die zuschlägt: die Beerebiisser aus Dagmersellen. Notabene jene Guuggenmusig, die vor einem Jahr das Schwein ersteigert und nach kurzem Weitermästen an einem Sommerfest verspeist hat. Gleiches haben nun die «Flueh-Fäger» im Sinn.

Aber was zum Geier macht eine Guggenmusig mit einer Tanne? «Zahnstocher», witzelt einer. «Ein Feuer», meint ein anderer. Und Mario Philipp Bühler, der junge Mann, der als Letzter dem Gantrufer seine erhobene Hand gezeigt hat, weiss es auch nicht. «Teurer Gag!», sagt er lachend.

Vor den Versteigerungen machen in 44 Nummern grössere und kleinere Gruppen in einem farbenprächtigen, teils auch lautstarken Umzug die Dorfstrasse unsicher. Schulen, sieben Guuggenmusigen, Vereine und Zünfte auch aus anderen Gemeinden, dazu urige Fasnachtsgestalten, dem Änziloch entronnen, machen Stimmung. Und die Ufhuser mokieren sich freundnachbarlich über die Luthertaler Tannenschleipfete. Sie führen einen Baum durchs Dorf: «Ned so e länge, deför e chorze, grobe.»

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