Seit Freitagmorgen sorgt ein neuer Poller im Münsterkreisel für Aufmerksamkeit. Mit einem augenzwinkernden Hinweis versehen («Der 10 e Poller ist Gratis») steht er sinnbildlich für ein anhaltendes Problem in Sursee: Immer wieder kommt es in der Stadt zu Unfällen mit Pollern. Erst kürzlich verunfallte am Oberen Graben ein 75-jähriger E-Bike-Fahrer, der in einen der Senkpoller prallte und verletzt ins Spital gebracht werden musste. Seit deren Installation im September 2023 wurden mindestens neun solche Unfälle registriert – trotz zusätzlicher Warnblinkanlagen.
Der Standort selbst ist in Sursee kein unbeschriebenes Blatt. Der Münsterkreisel ist seit Jahren ein provisorisch gestalteter Verkehrsknoten – mit rot-weissen Absperrelementen statt klassischer Gestaltung. Gerade diese Improvisation wurde in der Vergangenheit immer wieder kreativ genutzt: Der Surseer Künstler Elias Zürcher belebt den Kreisel mit wechselnden Installationen. Seine Werke – meist rund um das Motiv der Gans – haben sich zu einer eigentlichen lokalen Tradition entwickelt und sorgen regelmässig für Gesprächsstoff. Vor rund einem Jahr sorgte er mit einer Installation für Aufmerksamkeit, bei der sich eine Gans und ein Fuchs freundschaftlich Flügel und Pfote reichen – gedacht als Zeichen für den Frieden.
Zurück zum Poller: Solche oder ähnliche Aktionen am 1. Mai gibt es in Sursee immer wieder. 2022 machten die «Maibuben» mit einer nächtlichen Umdekorierung mehrerer Kreisel auf sich aufmerksam. Sie protestierten damit gegen die Pläne des Kantons Luzern, mehrere Kreisel mit Lichtsignalanlagen auszurüsten. Die Kritik: Technische Massnahmen allein lösten die Verkehrsprobleme nicht, vielmehr brauche es ein Umdenken im Mobilitätsverhalten.
Ein Blick über die Gemeindegrenzen hinaus zeigt, dass solche kreativen oder auch provokativen Aktionen im öffentlichen Raum kein Einzelfall sind: So wurde 2011 in Hitzkirch ein Skatepark im Rahmen eines Maibubenstreichs kurzerhand in eine Wasserlandschaft verwandelt – inklusive Forellen und Liegestühlen. (rem)


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