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Jahresrechnung

Baar erwirtschaftet für 2025 ein Plus von 55,5 Millionen Franken – über 30 Millionen mehr als budgetiert

Die erfreuliche Finanzlage der Gemeinde hat konkrete Folgen: Die Bevölkerung soll erneut von tieferen Steuern profitieren, in Form eines Rabatts von 3 Prozentpunkten.
Der Baarer Gemeinderat kann eine sehr erfreuliche Jahresrechnung 2025 präsentieren.
Bild: Jakob Ineichen (Baar, 21. 10. 2025)

Es hatte sich bereits im Herbst 2025 abgezeichnet, dass ein weiteres Rechnungsjahr mit einem grossen Plus abschliessen wird, schreibt die Gemeinde Baar in einer Medienmitteilung. Nun liegen die definitiven Zahlen vor: Statt eines Ertragsüberschusses von 25,1 Millionen Franken, wie er den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern an der Budgetgemeindeversammlung im Dezember 2024 prognostiziert worden war, weist Baar für 2025 ein Plus von 55,5 Millionen Franken aus.

Massgeblich dazu beigetragen haben höhere Steuereinnahmen. Der Fiskalertrag übertraf die Erwartungen um 23,4 Millionen Franken. Die juristischen Personen lieferten 12,1 Millionen Franken mehr als budgetiert, die natürlichen Personen rund 4,8 Millionen Franken. Hinzu kamen höhere Einnahmen aus Erbschafts-, Schenkungs- und Grundstückgewinnsteuern. «Steuererträge entstehen ausserhalb des direkten Handlungsspielraums der Gemeinde. Entsprechend sind Prognosen immer mit Unsicherheiten verbunden», wird Finanzvorstand Mark Gustafson zitiert.

Zum positiven Ergebnis beigetragen haben zudem Wertberichtigungen bei einzelnen Liegenschaften, die erfolgswirksam verbucht wurden.

Die Gemeinde plant einen Steuerrabatt

Auf der Ertragsseite erzielte die Gemeinde Einnahmen von 202,1 Millionen Franken und lag damit deutlich über dem Budget von 173,5 Millionen Franken. Der Aufwand belief sich auf 146,6 Millionen Franken und lag damit leicht unter den budgetierten 148,4 Millionen Franken. Beim Sachaufwand traf die Gemeinde das Budget nahezu punktgenau, die Personalkosten lagen 1,2 Millionen Franken darunter. Auch die Abschreibungen fielen tiefer aus als vorgesehen. Dies sei gemäss Mitteilung einerseits darauf zurückzuführen, dass weniger investiert wurde als geplant, andererseits auf zusätzliche Abschreibungen aus dem Überschuss des Vorjahres.

Vom überragenden Ergebnis könnte auch die Baarer Bevölkerung profitieren. Der Gemeinderat schlägt vor, dass eine Rückstellung in der Höhe von 4,1 Millionen Franken für die Finanzierung eines Steuerrabatts von 3 Prozent auf den Steuerfuss 2027 gemacht wird. Baar verfügt bereits über den tiefsten Steuerfuss im Kanton. An der Gemeindeversammlung im Dezember 2025 wurde der Steuerfuss erst auf 49 Prozent gesenkt.

Ein Teil des Überschusses soll in die Vorfinanzierung geplanter Projekte fliessen. Für die Umgebungsgestaltung Sternmatt 2 sind 5 Millionen Franken vorgesehen, für die Sanierung der Waldmannhalle 4 Millionen Franken. Weitere 9 Millionen Franken sollen in die Spezialfinanzierung Entwässerung fliessen, 8 Millionen Franken in zusätzliche Abschreibungen. Weitere 400'000 Franken sind für die Unterstützung von Hilfsprojekten im In- und Ausland vorgesehen. Über die Verwendung des Überschusses entscheiden die Stimmberechtigten an der Rechnungsgemeindeversammlung vom 10. Juni.

Investitionen bleiben hoch

Die finanzielle Lage der Gemeinde sei erfreulich, fasst der Gemeinderat zusammen. Das Nettovermögen pro Einwohnerin und Einwohner beträgt 7167 Franken und erreicht damit den höchsten Stand seit 2020. Auch der Fiskalertrag pro Kopf liegt mit 5959 Franken auf einem neuen Höchstwert.

Die Investitionen bleiben in den kommenden Jahren hoch. Geplant sind unter anderem die Neugestaltung des Bahnhofs mit Bushof, die Arealplanung Bahnmatt, die Weiterentwicklung der Sportallmend Lättich sowie die Sanierung des Schwimmbads und der Waldmannhalle. Auch in den preisgünstigen Wohnungsbau wolle die Gemeinde investieren.

Gleichzeitig rechnet die Gemeinde aufgrund der demografischen Entwicklung mit steigenden Kosten im Alters- und Pflegebereich. «Die Überschüsse von heute helfen uns bei den Herausforderungen von morgen», sagt Finanzchef Gustafson. (cro)

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